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Deutsche Teams zum Abschluss siegreich

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Thomas-/Uber-Cup in Bangkok

Die deutschen Mannschaften haben bei den TotalEnergies BWF Thomas & Uber Cup Finals 2022 in Bangkok/Thailand (8. bis 15. Mai) die Gruppenphase jeweils auf Tabellenrang drei beendet.

Sowohl die Herren des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) als auch die Damen gewannen am Mittwoch (11. Mai 2022) ihre dritte und damit abschließende Vorrundenpartie mit 3:2.

Während die deutschen Spieler Kanada bezwangen, verwiesen die Spielerinnen des DBV Frankreich auf Tabellenrang vier.

Die Punkte für die deutschen Herren erzielten die amtierenden Europameister im Herrendoppel, Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (beide 1. BC Wipperfeld), im 1. Herrendoppel, Kai Schäfer (SV Fun- Ball Dortelweil) im 2. Herreneinzel sowie Samuel Hsiao (1. BC Wipperfeld) im 3. Herreneinzel.

Bei den Damen behielten Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) im 1. Dameneinzel, Ann-Kathrin Spöri (TV Refrath) im 2. Dameneinzel sowie Stine Küspert/Emma Moszczynski (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim/TSV Trittau) im 2. Damendoppel jeweils die Oberhand gegenüber der Konkurrenz. Yvonne Li revanchierte sich dabei für die Zwei-Satz-Niederlage, die sie bei der Individual-EM 2022 in Madrid/Spanien (25. bis 30. April) im Achtelfinale gegen Qi Xuefei erlitten hatte.

„Das war ein sehr erfreulicher Abschluss des Turniers für das Damenteam – mit einem verdienten 3:2-Sieg gegen Frankreich. Nach dem schwierigen Spiel gegen Indonesien am Vortag, wo einige Spielerinnen nicht ihr normales Leistungsniveau abrufen konnten, zeigten sich heute alle stark verbessert und sehr fokussiert“, zog Detlef Poste, der Chef-Bundestrainer im DBV, ein Fazit. Er fügte hinzu: „Yvonne Li hat ein Top-Spiel gemacht. Glückwunsch auch an Ann-Kathrin Spöri, die heute sicherlich die Matchwinnerin war. Stine Küspert und Emma Moszczynski haben mit einer soliden Leistung das 3:1 erzielt. Für uns war die WM ein wichtiges Erfahrungsturnier gegen Weltklassespielerinnen aus Japan und Indonesien und mit einem Match auf Augenhöhe gegen Frankreich.“

DBV-Sportdirektor Martin Kranitz meinte in Bezug auf die deutschen Herren: „Mark Lamsfuß und Marvin Seidel haben nach ihrem Titelgewinn bei den Europameisterschaften noch nicht wieder ihren Peak erreicht, aber trotzdem einen souveränen Sieg eingefahren. Kai Schäfer hat ein sehr gutes Turnier gespielt und heute den stärker eingeschätzten Kanadier klar geschlagen. Samuel Hsiao hat dann im letzten Spiel den verdienten 3:2-Sieg eingefahren.“

Weitere Informationen

Alle Ergebnisse der Mannschafts-WM in Bangkok sind auf der DBV-Website unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „TotalEnergies BWF Thomas and Uber Cup Finals 2022“) erhältlich.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutschlands Badmintonasse holen zwei EM-Titel

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Die deutschen EM-Medaillengewinner*innen. V.l.: Isabel Lohau, Marvin Seidel, Mark Lamsfuß, Linda Efler. Foto: Claudia Pauli

Mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille avancierte Deutschland bei den Individual-
Europameisterschaften 2022 in Madrid/Spanien (25. bis 30. April) mit Abstand zur erfolgreichsten
Nation. Zwei Titelgewinne bei derselben Veranstaltung verbuchte der Deutsche Badminton-
Verband (DBV) zuvor einzig vor 50 Jahren. Während 1972 in Karlskrona/Schweden Wolfgang
Bochow im Herreneinzel triumphierte und Willi Braun/Roland Maywald im Herrendoppel die
gesamte Konkurrenz hinter sich ließen, war bei den European Championships 2022 ein Spieler
gleich an beiden Turniersiegen beteiligt: Mark Lamsfuß gewann sowohl im Herrendoppel mit
Marvin Seidel (beide 1. BC Wipperfeld) als auch im Mixed an der Seite von Isabel Lohau (1. BC
Saarbrücken-Bischmisheim) das EM-Finale. Isabel Lohau wurde zudem mit Linda Efler (SC Union
Lüdinghausen) Vizeeuropameisterin im Damendoppel.

„Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich glaube, ich kann es noch nicht so richtig realisieren. Ich bin
in jedem Fall überglücklich“, meinte Mark Lamsfuß nach der zweiten Siegerehrung, bei der die
deutsche Nationalhymne erklang. Der 28-Jährige ist der erste Spieler seit 2002, der bei derselben
Individual-EM zwei Goldmedaillen holte. Vor 20 Jahren in Malmö/Schweden gelang dies dem
Dänen Jens Eriksen gleichsam im Herrendoppel und im Mixed.

„Ich bin erst einmal sprachlos und freue mich für die Spieler*innen, die auch die schwierigen
Bedingungen hier in der Halle – mit den sehr schnellen Bällen – sehr gut angenommen haben. Sie
haben zudem taktisch top agiert und sind auch in den schwierigen Phasen stabil geblieben“, zeigte
sich Detlef Poste, Chef-Bundestrainer im DBV, angesichts der bemerkenswerten EM-Bilanz
von Madrid angetan. DBV-Sportdirektor Martin Kranitz ergänzte: „Das war eine starke Woche mit
einem Wahnsinnsfinale. Glückwunsch an die Athlet*innen und das gesamte Team! Das war
herausragend!“

Der bis dato letzte Titelgewinn für Deutschland bei den Individual-Europameisterschaften datiert
aus dem Jahr 2012: Vor zehn Jahren siegte Marc Zwiebler – ebenfalls in Karlskrona – im Herreneinzel.

Mixed

Im ersten Match des letzten Veranstaltungstages in Madrid schrieben Mark Lamsfuß und Isabel
Lohau bereits Badmintongeschichte: Sie gewannen als erste deutsche Paarung in der Historie der
im Jahr 1968 eingeführten European Championships den Titel im Mixed. Im Finale am Samstag
(30. April 2022) bezwangen die Weltranglisten-15. als Nummer vier der Setzliste Thom
Gicquel/Delphine Delrue (Weltranglistenplatz 11; Setzplatz 2) mit 16:21, 22:20, 21:16. Die
bisherigen drei Aufeinandertreffen hatten die Franzosen jeweils für sich entschieden.

„Wir sind sehr glücklich! Es war ein hartes Spiel und sehr eng. Wir standen schon mit dem Rücken
zur Wand, aber im dritten Satz hatten wir mehr Selbstvertrauen, waren mutiger, haben mehr agiert
statt reagiert. Ich glaube, das hat letztlich den Unterschied gemacht“, meinte Isabel Lohau
strahlend. Die 30-Jährige und ihr Mixedpartner hatten 2022 erstmalig in ihrer Karriere das EM-
Finale erreicht. 2018 und 2021 gewannen die Olympiateilnehmer von Tokio bei den kontinentalen
Titelkämpfen jeweils Bronze.

Herrendoppel

Im Herrendoppel stand der Turniersieg für das deutsche Duo bereits nach 36 Minuten fest: Im
Finale behielten die amtierenden Vizeeuropameister Mark Lamsfuß/Marvin Seidel
(Weltranglistenplatz 17; Setzplatz 2) gegenüber den Schotten Alexander Dunn/Adam Hall
(Weltranglistenplatz 36; Setzplatz 6) mit 21:17, 21:16 die Oberhand und verbuchten damit den
ersten Titelgewinn in dieser Disziplin für den DBV seit 1974. In Wien/Österreich verteidigten damals
Willi Braun und Roland Maywald ihre zwei Jahre zuvor erspielte EM-Goldmedaille erfolgreich.

„Wir hatten uns vorgenommen, das Turnier zu gewinnen, und jedes Spiel war mental eine
Herausforderung. Wir wurden von Spiel zu Spiel besser und haben am Ende verdient den Titel
gewonnen. Es ist sehr schön, dass wir die Chance, die uns im Vorjahr genommen wurde, nutzen
konnten“, sagte Marvin Seidel.

2021 in Kiew/Ukraine konnten die DBV-Asse das EM-Finale –
gegen die Russen Vladimir Ivanov/Ivan Sozonov – nicht bestreiten, da Mark Lamsfuß kurzfristig
erkrankte.

Damendoppel

Linda Efler und Isabel Lohau (Weltranglistenplatz 25; Setzplatz 4) gewannen unterdessen in
Madrid die erste Silbermedaille für Deutschland im Damendoppel bei Individual-
Europameisterschaften seit 2006. Seinerzeit hatten Nicole Grether/Juliane Schenk in Den
Bosch/Niederlande das Finale erreicht. Die amtierenden Deutschen Meisterinnen unterlagen im
Endspiel der European Championships 2022 den Schwestern Gabriela und Stefani Stoeva aus
Bulgarien mit 14:21, 10:21. Die topgesetzten Weltranglistenneunten holten damit ihren dritten EM-
Titel in Folge nach 2018 und 2021.

„Das war eine verrückte Woche für uns. Vor allem das Spiel gestern war eine emotionale
Achterbahn. Wir sind super happy. Das Ziel war eine Medaille und jetzt standen wir sogar im Finale.
Zum Spiel heute: Die Stoevas waren einfach besser, das war vielleicht noch ein Level zu hoch“,
analysierte Linda Efler.

Herreneinzel und Dameneinzel

Im Herreneinzel gewann der topgesetzte Weltranglistenerste Viktor Axelsen seinen dritten EM-Titel
nach 2016 und 2018. Der Olympiasieger von Tokio entschied das Finale gegen seinen dänischen
Landsmann Anders Antonsen (Weltranglistenplatz 3; Setzplatz 2) mit 21:17, 21:15 für sich. Auch
bei den European Championships 2021 standen Viktor Axelsen und Anders Antonsen im Endspiel,
allerdings konnte Viktor Axelsen zu diesem krankheitsbedingt nicht antreten, sodass sein
Nationalmannschaftskollege seinen ersten EM-Titel „kampflos“ holte.

Im Dameneinzel baute Carolina Marin ihre Rekordserie aus: Die in Madrid an Position eins notierte
Spanierin (Weltranglistenplatz 6) wurde zum sechsten Mal – noch dazu in Folge – Europameisterin
in dieser Disziplin. Die Olympiasiegerin von 2016 hatte bereits 2014, 2016, 2017, 2018 und 2021
bei den kontinentalen Titelkämpfen triumphiert. In diesem Jahr setzte sich Carolina Marin im
Endspiel mit 21:10, 21:12 gegen die Schottin Kirsty Gilmour (Weltranglistenplatz 20; Setzplatz 3)
durch.

Weitere Informationen

Alle Ergebnisse der Individual-EM in Madrid sowie zahlreiche weitere Informationen (Videos,
Statements etc.) sind auf der DBV-Website unter www.badminton.de sowie in den sozialen Medien
des DBV erhältlich.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Wipperfeld gewinnt das Endspiel der “Final-Four”

Das Mixed gab den Ausschlag für den Titelgewinn. Nachdem Titelverteidiger Bischmisheim schon 3:2 führte, holte Wipperfeld unbeirrt auf. Beim Stande von 3:3 führten die Wipperfelder Mark Lamsfuß und Jenny Moore gegen Ruben Jille und Isabel Lohau bereits mit zwei Sätzen mit 11:8, 11:3. Die Bischmisheimer wehrten sich, unterlagen jedoch mit 10:12 im dritten Satz. Wipperfeld ist danach Meister!

https://b.aufschlagwechsel.de/

Wipperfeld und Bischmisheim auch 2022 im “Final-Four”-Finale

kai-schaefer-der-amtierende-deutsche-meister-im-herreneinzel-spielte-mit-dem-sv-fun-ball-dortelweil-eine-bemerkenswerte-saison-als-aufsteiger-verpassten-die-hessen-das-finale-um-die-deutsch-mannschaftsmeisterschaft-nur-knapp-foto-claudia-pauli
Kai Schäfer, der amtierende Deutsche Meister im Herreneinzel, spielte mit dem SV Fun-Ball Dortelweil eine bemerkenswerte Saison. Als Aufsteiger verpassten die Hessen das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft nur knapp. Foto: Claudia Pauli

Der 1. BC Wipperfeld (Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen) und der 1. BC
Saarbrücken-Bischmisheim (Badminton-Landesverband Saarland) spielen am Samstag (23. April
2022; Spielbeginn: 12.00 Uhr) um den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters 2022. Damit
kommt es zur Neuauflage der Finalpartie von 2021, als sich das Team aus dem Saarland in
Wipperfürth mit 4:1 gegen Turnierausrichter 1. BC Wipperfeld durchsetzte.
Während der amtierende Deutsche Vizemeister beim Final-Four in Stuttgart seine Halbfinalpartie
am Freitag (22. April 2022) gegen den SC Union Lüdinghausen (Badminton-Landesverband
Nordrhein-Westfalen) mit 4:2 für sich entschied, bezwang der zehnmalige Titelträger 1. BC
Saarbrücken-Bischmisheim den SV Fun-Ball Dortelweil (Badminton-Landesverband Hessen) mit
4:3.
Der Verein aus Bad Vilbel, der in diesem Jahr zum ersten Mal im DMM-Finale stand, bestritt eine
bemerkenswerte Saison: Als Aufsteiger in die 1. Bundesliga schloss der SV Fun-Ball Dortelweil die
20 Spieltage umfassende Punktspielrunde 2021/2022 auf Tabellenplatz zwei ab und qualifizierte
sich damit direkt für die Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (DMM). Auch der
1. BC Wipperfeld hatte das Ticket für Stuttgart unmittelbar gelöst: Das Team aus dem Bergischen
Land beendete die Punktspielrunde auf Tabellenrang eins. Dagegen sicherten sich der 1. BC
Saarbrücken-Bischmisheim und der SC Union Lüdinghausen als Tabellendritter bzw. -vierter ihre
Startplätze im Final-Four durch Siege im Play-off-Viertelfinale.
Das Turnier der vier besten Bundesligateams der Saison 2021/2022 wird in Stuttgart im Rahmen
des Porsche Tennis Grand Prix ausgetragen und von der Vermarktungsgesellschaft Badminton
Deutschland (VBD) mit den Agenturen Perfect Match GmbH/Zimmermann Management
ausgerichtet. Als Veranstalter fungiert der Deutsche Badminton-Ligaverband (DBLV).Unterstützung erhält die Ausrichtergemeinschaft durch die SG Schorndorf. Eintrittskarten für das
Final-Four im Badminton sind im Internet unter www.easyticket.de erhältlich. Dabei beinhaltet jedes
Ticket zusätzlich den Zutritt zum Sport- und Lifestyle Village des Porsche Tennis Grand Prix mit
zahlreichen Attraktionen sowie Cateringmöglichkeiten. Außerdem kann mit der Eintrittskarte die
Porsche-Welt im Eingangsbereich besucht werden.
Sportdeutschland.tv überträgt das Final-Four unter https://sportdeutschland.tv/suche/badminton live.

Die bisherigen Deutschen Mannschaftsmeister*

1958 STC Blau-Weiss Solingen

1959 1. DBC Bonn

1960 1. DBC Bonn

1961 1. DBC Bonn

1962 MTV 79 München

1963 VfB Lübeck

1964 MTV 79 München

1965 MTV 79 München

1966 MTV 79 München

1967 MTV 79 München

1968 1. BV Mülheim

1969 1. BV Mülheim

1970 1. BV Mülheim

1971 1. BV Mülheim

1972 1. BV Mülheim

1973 1. BV Mülheim

1974 1. BV Mülheim

1975 1. BV Mülheim

1976 1. BV Mülheim

1977 1. BV Mülheim

1978 1. BV Mülheim

1979 1. BV Mülheim

1980 1. BV Mülheim

1981 1. BC Beuel

1982 1. BC Beuel

1983 1. DBC/SSF Bonn

1984 OSC 04 Rheinhausen

1985 TV Mainz-Zahlbach

1986 TV Mainz-Zahlbach

1987 TV Mainz-Zahlbach

1988 1. DBC/SSF Bonn

1989 FC Langenfeld

1990 SV Fortuna Regensburg1991 TuS Wiebelskirchen

1992 TuS Wiebelskirchen

1993 FC 05 Bayer Uerdingen

1994 FC 05 Bayer Uerdingen

1995 FC 05 Bayer Uerdingen

1996 SSV Heiligenwald

1997 BSC Eintracht Südring Berlin

1998 SC 05 Bayer Uerdingen

1999 BC Eintracht Südring Berlin

2000 BC Eintracht Südring Berlin

2001 BC Eintracht Südring Berlin

2002 SC 05 Bayer Uerdingen

2003 SC 05 Bayer Uerdingen

2004 FC Langenfeld

2005 1. BC Beuel

2006 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2007 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2008 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2009 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2010 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2011 SG EBT Berlin

2012 SG EBT Berlin

2013 SG EBT Berlin

2014 SC Union Lüdinghausen

2015 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2016 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2017 TV Refrath

2018 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2019 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

2020 Pandemiebedingt wurde kein Meister gekürt.

2021 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim

*: Hinweis: Der Modus zur Ermittlung des Meisters variierte in dieser Zeit mehrmals.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Fuchsi und sein Team buchen das Final Four-Ticket

daniel-nikolov-verlor-zwar-sein-einzel-das-team-jedoch-feierte-mit-einem-gesamtsieg-den-einzug-zum-final-four-foto-thomas-wieck
Daniel Nikolov verlor zwar sein Einzel, das Team jedoch feierte mit einem Gesamtsieg den Einzug zum Final Four. Foto: Thomas Wieck

Der amtierende deutsche Meister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim nimmt Kurs Richtung Titelverteidigung. Am Sonntag schaffte der BCB mit einem 4:2-Heimsieg im Playoff-Viertelfinale gegen Blau-Weiß Wittorf die erneute Qualifikation für das Final Four in Stuttgart, wo am 23. April der neue Champion gekürt wird.

Sie mussten diesmal einen Umweg nehmen – doch das mit Erfolg. Die Badminton-Asse des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim werden auch in diesem Jahr beim Final Four-Endturnier um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft dabei sein. Am vergangenen Sonntag trotzte der amtierende Meister im Playoff-Viertelfinale der Badminton-Bundesliga gegen Blau-Weiß Wittorf-Neumünster allen personellen Problemen und buchte mit einem 4:2-Erfolg in der heimischen Joachim-Deckarm-Halle das Ticket fürs Halbfinale, in dem es am Freitag, den 22. April in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer gegen den Hauptrunden-Zweiten SV Fun-Ball Dortelweil geht.

Michael Fuchs nahm am Sonntag gegen die Gäste aus Neumünster keinen Umweg, sondern den direkten Weg. Zusammen mit dem Niederländer Ruben Jille feierte der 39-Jährige im ersten Herrendoppel gegen Bjarne Geiss und Niclas Nøhr einen unerwartet glatten 11:6, 11:8, 11:7-Erfolg. Beide legten mit dem ersten Punkt die wichtige Basis für den Gesamterfolg über den Bundesliga-Sechsten der regulären Runde. Für Fuchs war es nicht irgendein Sieg, sondern ein ganz besonderer, nachdem er zuletzt verkündet hatte, dass er nach der Saison neue Wege gehen wird. Nach insgesamt 19 Jahren und sensationellen zehn Titelgewinnen mit dem BCB wird „Fuchsi“ zu seinem Heimatverein TV Marktheidenfeld zurückkehren und nur noch in der 2. Bundesliga aufschlagen. Nachdem er vor dem Duell mit Wittorf von einem zu Tränen gerührten Bischmisheimer Vereinsboss Frank Liedke offiziell verabschiedet worden war, zeigte er auf dem Court in seinem allerletzten Heimspiel für den BCB nochmal all das, was ihn in seiner langen Zeit bei den Saarbrückern ausgezeichnet hatte: Badminton auf Topniveau, Emotionen und Einsatz pur – und wie so oft ein erfolgreich beendetes Match. „Wir haben überraschend souverän gewonnen, das hatte ich so nicht erwartet. Aber sehr schön, dass es so gelaufen ist. Es war schon vorher bei der Verabschiedung von Frank sehr emotional. Ich wollte meinen letzten Heimauftritt für Bischmisheim natürlich unbedingt gewinnen – und bin heilfroh, dass das so gut geklappt hat“, freute sich Fuchs.

Er habe nach seiner Partie schon ein paar Minuten gebraucht, um das Ganze zu verarbeiten. „Ich habe mir eine ruhige Ecke gesucht und mich kurz gesammelt“, verriet Fuchs. Allerdings nicht lange, schließlich galt es, die Kollegen beim Kampf ums Final Four entsprechend zu unterstützen und die Daumen zu drücken. Letzteres sollte helfen: In Abwesenheit von Nationalspielerin Isabel Lohau, die parallel bei den Swiss Open mit dem Sieg im Mixed und Rang zwei in der Damen-Konkurrenz ihre erfolgreichste internationale Turnierwoche überhaupt hinlegte, und der erkrankten Priskila Siayhaya setzte BCB-Teammanager Volker Eiber im Damenbereich auf Franziska Volkmann und Stine Küspert sowie im Einzel auf die junge Luxemburgerin Kim Schmidt. Während Schmidt im Duell mit Wittorfs Ungarin Vivien Sandorhazi beim 5:11, 3:11, 9:11 letztlich chancenlos blieb, gingen die anderen beiden Partien mit Damenbeteiligung trotz der ungünstigen Vorzeichen an die Gastgeber. Im Damendoppel holten Küspert und Volkmann mit ihrem 15:14, 12:14, 11:8 und 11:7 gegen Lise Jaques und Sandorhazi den zweiten Punkt für den Titelverteidiger. Volkmann durfte sich daraufhin im Mixed wie ihr Partner Ruben Jille über den zweiten Sieg des Tages freuen: Beide bezwangen Jaques und Nøhr überdeutlich mit 11:5, 11:5 und 11:2.

Den vierten und entscheidenden Punkt steuerte der dänische Einzelspezialist Mads Christophersen bei. Der Bischmisheimer Neuzugang bezwang Matthias Kicklitz ebenfalls glatt in drei Durchgängen mit 11:8, 11:6, 11:9. Etwas überraschend war der Ausgang im zweiten Herreneinzel, wo Daniel Nikolov eine seiner ganz seltenen Niederlagen in Single-Matches hinnehmen musste. Er unterlag dem Dänen Søren Toft Hansen 4:11, 11:9, 9:11 und 8:11, wobei sich beim Bulgaren die vielen Reisestrapazen zuletzt negativ bemerkbar machten. Unter der Woche spielte Nikolov noch beim internationalen Turnier in Polen. Dort mischte auch BCB-Neuzugang und Doppelspezialist Frederik Søgaard überaus erfolgreich mit. Er gewann mit seinem Partner Rasmus Kjaer die Herrendoppel-Konkurrenz – für das Duell mit Wittorf stand er ebenfalls nicht zur Verfügung. „Wir waren aufgrund der vielen Ausfälle personell ziemlich geschwächt, konnten das aber gut kompensieren. Unser breiter Kader hat sich einmal mehr bezahlt gemacht“, befand Fuchs. Der Altmeister blickte auch bereits voraus auf den anstehenden Saisonhöhepunkt in knapp vier Wochen in Stuttgart. „Das wird mit Sicherheit eine besondere Veranstaltung. Ich hoffe natürlich darauf, dass ich dort noch zwei Spiele bestreiten werde. Vieles wird davon abhängen, ob die Teams jeweils in Bestbesetzung antreten können. Wenn das bei uns der Fall ist, bin ich guter Dinge“, freut sich Fuchs auf seinen vorerst letzten Einsatz im Saarbrücker Dress, dem dann hoffentlich im Finale tatsächlich noch ein weiterer folgen wird.

dbe

Erneuter Triumph für Mark Lamsfuß und Isabel Lohau in Basel

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Mark Lamsfuß und Isabel Lohau triumphierten zum zweiten Mal nach 2018 in Basel. Foto: Claudia Pauli

Vier Wochen vor den Individual-Europameisterschaften (25. bis 30. April 2022 in Madrid/Spanien)
haben gleich mehrere Spitzenspieler*innen des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) bei den
YONEX Swiss Open 2022 (22. bis 27. März in Basel/Schweiz) herausragende Leistungen gezeigt
und damit Selbstvertrauen für die kontinentalen Titelkämpfe getankt:

Das Damendoppel Linda Efler/Isabel Lohau (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-
Bischmisheim) belegte bei dem mit 180.000,- US-Dollar dotierten Turnier der Kategorie „HSBC
BWF World Tour Super 300“ Platz zwei. Im Mixed holte Isabel Lohau mit Mark Lamsfuß (1. BC
Wipperfeld) sogar den Titel.

Die amtierenden EM-Dritten bezwangen im Endspiel am Sonntag (27. März 2022) als Nummer
acht der Setzliste die malaysischen Weltranglisten-13. Goh Soon Huat/Lai Shevon Jemie
(Setzplatz 6) mit 12:21, 21:18, 21:17 und triumphierten damit nach 2018 zum zweiten Mal in Basel.
Zugleich gelang den Weltranglisten-15. des DBV im insgesamt fünften Vergleich mit den Asiaten
der erste Sieg.

Die aktuellen Deutschen Meister behielten bei den YONEX Swiss Open 2022 zunächst gegenüber
einer indischen Paarung (1. Runde) und einem Gemischten Doppel aus Frankreich (Achtelfinale)
die Oberhand, ehe sie sich im Viertelfinale mit 21:13, 21:17 gegen die Deutschen Vizemeister von
2021, Jones Jansen/Linda Efler (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen), durchsetzten. Den
Einzug ins Endspiel machten Mark Lamsfuß/Isabel Lohau durch einen Zwei-Satz-Erfolg im
Halbfinale gegen ein Duo aus Indonesien perfekt.Jones Jansen/Linda Efler, die in der Weltrangliste derzeit auf Platz 64 geführt werden, hatten im Achtelfinale einen Achtungserfolg erzielt, indem sie die an Position drei notierten Weltranglistenneunten Marcus Ellis/Lauren Smith aus England mit 16:21, 21:19, 21:19 bezwangen.

Das Damendoppel Linda Efler/Isabel Lohau musste sich in Basel einzig den zweimaligen
Europameisterinnen Gabriela und Stefani Stoeva (Weltranglistenplatz 9; Setzplatz 3) geschlagen
geben, die zwei Wochen zuvor bei den YONEX GAINWARD German Open 2022 (8. bis 13. März
in Mülheim an der Ruhr) das Endspiel knapp gegen die chinesischen Weltranglistenersten Chen
Qing Chen/Jia Yi Fan verloren hatten: Die Weltranglisten-30. des DBV unterlagen den bulgarischen
Schwestern im Finale mit 14:21, 12:21. Gabriela und Stefani Stoeva führen im direkten Vergleich
mit den amtierenden Deutschen Meisterinnen nun mit 3:0.

Auf dem Weg ins Endspiel besiegten Linda Efler/Isabel Lohau Damendoppel aus Frankreich (1.
Runde), Schweden (Achtelfinale) und Malaysia (Viertelfinale). Ihre Halbfinalpartie gewannen die
Sportsoldatinnen der Bundeswehr, ohne dass ein Ballwechsel ausgetragen wurde: Die an Position
zwei notierten Thailänderinnen Jongkolphan Kititharakul/Rawinda Prajongjai (Weltranglistenplatz
8) konnten wegen positiver Coronatests nicht antreten.

Die dreimalige Deutsche Meisterin im Dameneinzel, Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen), kam
derweil wie bei den YONEX GAINWARD German Open 2022 bis ins Viertelfinale. In der Runde
der besten acht Spielerinnen verlor die Weltranglisten-25. gegen die thailändische
Weltranglistenelfte und spätere Zweitplatzierte Busanan Ongbamrungphan (Setzplatz 4) mit 12:21,
19:21.

Bis ins Viertelfinale schafften es auch Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (beide 1. BC Wipperfeld;
Weltranglistenplatz 16). Für die aktuellen Vizeeuropameister im Herrendoppel erwiesen sich darin
die an Nummer zwei gesetzten Olympiadritten von Tokio, Aaron Chia/Soh Wooi Yik aus Malaysia
(Weltranglistenplatz 8), als zu stark (11:21, 13:21).

Alle Ergebnisse der YONEX Swiss Open 2022 sind auf der DBV-Website unter www.badminton.de
sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com (Stichwort „YONEX Swiss Open
2022“) erhältlich.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Bischmisheim und Lüdinghausen folgen Wipperfeld und Dortelweil ins Final-Four

Die Teilnehmer zum “Final Four” stehen nun fest.

Die vier teilnehmenden Teams am Final-Four um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft (DMM)
2022 im Badminton stehen fest: Während sich der 1. BC Wipperfeld (Badminton-Landesverband
Nordrhein-Westfalen) und der SV Fun-Ball Dortelweil (Badminton-Landesverband Hessen) als
Tabellenerster- bzw. zweiter nach Abschluss der Punktspielrunde 2021/2022 direkt für die
Endrunde um den Riegel-Pokal am 22./23. April 2022 in Stuttgart qualifiziert hatten, sicherten sich
der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim (Badminton-Landesverband Saarland) und der SC Union
Lüdinghausen (Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen) ihren Startplatz durch Siege im
Play-off-Viertelfinale.

Titelverteidiger 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, der in der Tabelle der 1. Bundesliga nach 20
Spieltagen Platz drei belegte, gewann am Sonntag (27. März 2022) mit 4:2 gegen Blau-Weiss
Wittorf (Tabellenplatz sechs). Der SC Union Lüdinghausen (Tabellenplatz vier) behielt derweil –
ebenfalls vor eigenem Publikum – mit 4:0 gegenüber dem TV Refrath (Tabellenplatz fünf) die
Oberhand.

Im Unterschied zur Punktspielrunde wurden die Begegnungen beendet, sobald eine Mannschaft
vier der maximal sieben Matches – zwei Herreneinzel, ein Dameneinzel, zwei Herrendoppel, ein
Damendoppel und ein Mixed – für sich entschieden hatte. Dabei fehlten in den Play-off-
Viertelfinalspielen bei mehreren Vereinen Stammspieler*innen, weil diese zeitgleich bei
internationalen Turnieren aufschlugen.

Im Rahmen des Final-Four kommt es im Halbfinale zum Aufeinandertreffen zwischen dem
amtierenden Deutschen Vizemeister 1. BC Wipperfeld und dem SC Union Lüdinghausen sowie
zwischen dem SV Fun-Ball Dortelweil und dem 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim. Die beiden Vorschlussrundenpartien werden am Freitag, den 22. April 2022 um 15.00 Uhr parallel
auf zwei Spielfeldern ausgetragen. Das Finale um den Riegel-Pokal beginnt am Samstag, den 23.
April 2022 um 12.00 Uhr. Die Nummer eins der Abschlusstabelle trifft im Halbfinale grundsätzlich
auf den am niedrigsten platzierten Sieger der Viertelfinalspiele.

Dem SV Fun-Ball Dortelweil gelang es, als Aufsteiger aus der 2. Bundesliga (Süd-Staffel) ins Final-
Four einzuziehen. Der Verein aus Hessen, der 2021/2022 seine insgesamt fünfte Erstligaspielzeit
seit 2013/2014 bestreitet, steht in dieser Saison – der zweiten, die organisatorisch unter dem Dach
des Deutschen Badminton-Ligaverbandes (DBLV) abläuft – zum ersten Mal in der Endrunde um
die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Die einzelnen Ergebnisse der Play-off-Viertelfinalspiele sind auf der DBV-Website unter
www.badminton.de sowie im Internet unter https://dbv.turnier.de (Stichwort „Bundesligen 2021/22“) erhältlich.

Das Turnier der vier besten Bundesligateams der Saison 2021/2022 wird in Stuttgart im Rahmen
des Porsche Tennis Grand Prix ausgetragen und von der Vermarktungsgesellschaft Badminton
Deutschland (VBD) mit den Agenturen Perfect Match GmbH/Zimmermann Management
organisiert. Austragungsort ist die Hanns-Martin-Schleyer-Halle.

Alle am Beratungs- und Entscheidungsprozess beteiligten Personen waren sich einig, dass die
Austragung des Final-Four um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Badminton im Rahmen
eines solchen sportlichen Großevents eine enorme Aufwertung darstellt. Im vergangenen Jahr
berichteten die Fernsehsender SWR, Eurosport und DAZN live von der Veranstaltung, die in über
100 Länder ausgestrahlt wurde.

Eintrittskarten für das Final-Four in Stuttgart sind ab dem 28. März 2022 im Internet unter
www.easyticket.de erhältlich. Dabei beinhaltet jedes Ticket zusätzlich den Zutritt zum Sport- und
Lifestyle Village des Porsche Tennis Grand Prix mit zahlreichen Attraktionen sowie
Cateringmöglichkeiten. Außerdem kann mit der Eintrittskarte die Porsche-Welt im Eingangsbereich
besucht werden. Grundsätzlich gelten bei der Veranstaltung die dann aktuellen Regeln gemäß der
Corona-Schutzverordnung des Landes Baden-Württemberg.

Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

„Fuchsi“ will ein letztes Mal den Titel feiern

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Michael Fuchs. Foto: BC Bischmisheim

Der amtierende Deutsche Meister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim kämpft am Sonntag ab 14 Uhr im Playoff gegen Blau-Weiß Wittorf um die erneute Qualifikation für das Final Four um die Meisterschaft. Für Michael Fuchs wird es das allerletzte Heimspiel im BCB-Dress sein. Nach 19 Jahren und zehn Titelgewinnen mit den Saarbrückern sagt der fast 40-Jährige leise Servus.

Am kommenden Sonntag wird es für den 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim ernst: „Na klar, das Final Four ist erneut unser Ziel. Als Titelverteidiger muss das für uns einfach so sein“, sagt Michael Fuchs vor dem Playoff-Duell mit Blau-Weiß Wittorf aus Neumünster, das um 14 Uhr in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle beginnt. Als Tabellendritter muss der amtierende Meister aus Saarbrücken in dieser Saison den Umweg über das Viertelfinale gehen, um erneut beim Endturnier der besten vier Teams um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft dabei zu sein. Für Fuchs bringt dieser Umstand eine Besonderheit mit sich: Der 39-jährige langjährige Nationalspieler wird am Sonntag zum letzten Mal in einem Heimspiel für den BCB zum Schläger greifen.

„Das Spiel an sich macht mir weiter sehr viel Spaß“, sagt Fuchs: „Der Aufwand, den ich körperlich und zeitlich betreiben muss, um mein Niveau zu halten, ist mit zunehmendem Alter aber nicht weniger geworden – und das will ich meiner Familie und mir in der Form nicht mehr zumuten“, erläutert er seine Gründe, warum er dem BCB nach einer halben Ewigkeit bald den Rücken kehrt. Mit „Fuchsi“, wie der sechsfache deutsche Meister im Mixed und dreifache deutsche Champion im Herrendoppel von allen liebevoll genannt wird, verliert Bischmisheim einen Spieler, der die erfolgreichen letzten zwei Jahrzehnte geprägt hat wie kein anderer. Zehn Mal gewann der BCB seit dem Premierenerfolg 2006 die deutsche Meisterschaft – und jedes Mal war Michael Fuchs ein wichtiger Teil der Mannschaft. Er ist damit der Titelgarant schlechthin bei den Saarländern. „Eine absolut tolle Bilanz“, blickt Fuchs mit Stolz auf das Erreichte: „Wenn mir das jemand vor 19 Jahren gesagt hätte, dass ich so lange hier spiele und dann auch noch gleich zehn Mal die Meisterschaft mit der Mannschaft gewinne, hätte ich es niemals geglaubt.“ Mit 21 Jahren wechselte der gebürtige Würzburger 2005 vom damaligen Meisterschaftsdritten VfB Friedrichshafen zum Bundesliga-Aufsteiger aus Bischmisheim ins Saarland. Es war der Beginn einer einmaligen Erfolgsgeschichte.

„Damals war ich der Jungspund, bin neu zu einem Team gekommen, wo mit Kristof Hopp, den Tesche-Brüdern oder Michael Keck einige große gestandene deutsche Spieler spielten. Im Laufe der Jahre hat das Personal dann immer mal gewechselt. Marc Zwiebler, Johannes Schöttler, Dieter Dohmke – es waren tolle Spieler, mit denen ich zusammen in einem Team spielen durfte. Und wir hatten alle gemeinsam immer eine gute Zeit“, erinnert sich Fuchs, der selbst über all die Jahre die Konstante schlechthin beim BCB war – und inzwischen über sich sagt: „Jetzt bin ich seit ein paar Jahren der Opa im Team.“ Zum Vergleich: Nationalspielerin Stine Küspert, die seit 2019 für die Saarbrücker spielt, ist stolze 17 Jahre jünger als der Altmeister.

Diese Selbsteinschätzung hindert den Franken aber nicht daran, weiterhin mit Leistung zu überzeugen. Dafür trainiert er hart, hat Tag für Tag alles getan, um sich für die hoffentlich anstehenden letzten Höhepunkte im BCB-Dress in Form zu bringen. Mit Blick auf das Viertelfinal-Duell mit Blau-Weiß Wittorf sagt er: „Im Moment ist alles top, ich bin bereit für die Partie.“ Allerdings findet er auch warnende Worte hinsichtlich des Gegners. Zwar haben die Bischmisheimer die Hauptrunden-Duelle mit den Schleswig-Holsteinern beide gewonnen. Einem 4:3-Heimsieg im vergangenen Oktober folgte Ende Februar ein 5:2-Auswärtserfolg. Doch für Fuchs steht fest: „Das wird alles andere als ein Selbstläufer.“ Zumal der BCB unter der Woche eine Vielzahl an Akteuren im internationalen Einsatz hatte, bei denen abzuwarten gilt, wann und in welcher Verfassung sie von ihren Turnierauftritten zurückkehren.

Und dennoch ist das Ziel klar. Das Final Four soll es für Fuchs und Co. zum Abschluss seiner langen Bischmisheimer Zeit auf jeden Fall wieder werden – nicht zuletzt wegen des besonderen Ereignisses, das danach ansteht: „Ich werde am Tag des Final Four-Halbfinals 40 Jahre alt“, wagt Fuchs einen Ausblick auf den erhofften Höhepunkt in vier Wochen. Am 22. April, dem Tag also, wenn in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart die beiden Finalisten für das Meisterschafts-Endspiel einen Tag später ermitteln werden, feiert er seinen runden Geburtstag – und hofft nach einem erfolgreichen Halbfinale dann auch auf ein verspätetes Geschenk im Finale. Angesichts der vielen Erfolge würde sich damit für ihn der Kreis auf besondere Weise schließen. „Diplomatisch gesagt waren natürlich alle Titelgewinne sehr schön. Allerdings ist dann doch der ein oder andere dabei, an den man sich in besonderer Weise erinnert“, sagt Fuchsi zu seiner schier unglaublichen Ausbeute mit dem BCB: „Die allererste Meisterschaft 2006 war natürlich ein super Erlebnis und sehr speziell. Aber auch viele weitere Titel hatten eine besondere Note. Etwa 2007, als wir gegen den FC Langenfeld im Finale zuhause 3:5 verloren haben, dann aber einen Tag später auswärts 5:2 gewannen. Oder der Titelgewinn 2008 in Bonn gegen den damals sehr stark besetzten BC Beuel. Da hatten wir uns im Hinspiel zuhause eine gute Grundlage geschaffen – und es war echt cool, wie wir das im Rückspiel gemeinsam durchgezogen haben“, blickt Fuchs zurück.

Im Alter von 34 Jahren beendete der langjährige Nationalspieler 2016 seine internationale Karriere. Das sollte ihn aber nicht davon abhalten, auch in den Folgejahren weitere Triumphe mit seinem Verein zu feiern. Ein großer Höhepunkt stellte sich in der Saison 2017/18 ein, als der Meister zum ersten Mal im Rahmen eines Final Four-Turniers gekürt wurde – und das noch dazu in Saarbrücken. „Das war definitiv eine ganz besondere Meisterschaft. Ich weiß noch genau, wie sehr sich Johannes Schöttler und ich gefreut haben, als wir gegen Marc Zwiebler und Max Weißkirchen vor heimischem Publikum im Herrendoppel den entscheidenden Punkt geholt haben. Es war nur eines von so vielen schönen Erlebnissen, die ich in bester Erinnerung behalten werde“, sagt Fuchs. Etwa, als es beim Playoff-Halbfinale 2008 in Berlin mit dem Flug nicht mehr klappte und der BCB-Tross mit einem Nightliner-Bus, der sonst Rockbands durchs Land kutschierte, die Rückreise in Angriff nahm: „Frank Liedke hatte damals die Idee dazu. Es wurde eine feucht-fröhliche Fahrt, nachdem wir vorher gegen Berlin gewonnen hatten. Die Geschichte mit dem Bus ist einfach Weltklasse: Johannes Schöttler und Dieter Dohmke haben damals noch bei Berlin gespielt, sind aber mit uns mitgefahren, weil sie nach Saarbrücken mussten – und mussten natürlich die gesamten Feierlichkeiten über sich ergehen lassen“, erzählt Fuchs.

Solche Erlebnisse und Geschichten wird es mit dem BCB dann künftig nicht mehr geben. Auf der anderen Seite sagt Fuchs: „Ich werde den Schläger noch nicht ganz an den Nagel hängen – das kann ich dann doch noch nicht.“ Stattdessen kehrt er zurück zu seinen Wurzeln, wird zur neuen Saison für den TV 1884 Marktheidenfeld in der 2. Bundesliga Süd aufschlagen – dort also, wo vor 30 Jahren alles begonnen hatte. „Mein Vater ist dort Vereinsvorstand. Er bohrt schon länger an mir, wann ich denn endlich zurückkehre. Mein Plan ist es, dort noch ein paar Mal aufzulaufen, unter anderem zusammen mit meinem Cousin Thomas“, erläutert der Altmeister und Titelsammler sein Vorhaben. Weil er im niederländischen Enschede seinen Lebensmittelpunkt hat (seine Frau hat dort eine Professorenstelle an der Universität), wird auch das mit viel Aufwand und Reisestress verbunden sein. Allerdings wird das Ganze dann eher unter einem anderen Motto laufen: „Es wird eine Art Familien-Wochenende für mich werden. Mein kleiner Sohn Collin kann sich darauf freuen, seine Großeltern zu sehen und umgekehrt. Zudem wohnen meine Schwiegereltern in der Kante – von daher ist das eine schöne Gelegenheit, das alles miteinander zu kombinieren. Ich spiele dann nebenbei ein bisschen Badminton“, verrät Fuchsi.

Bis es so weit ist, warten aber hoffentlich noch drei ereignisreiche und erfolgreiche Auftritte im Dress des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim. Seine Wunschvorstellung für den Abschied? „Ganz klar, es wäre ein Traum, sich mit dem Meistertitel zu verabschieden“, betont Fuchs, der dem Badminton-Sport nicht zuletzt in seiner Rolle als Nachwuchs-Bundestrainer erhalten bleibt. „Ich werde natürlich weiterhin viel in Sachen Badminton unterwegs sein.“ Und vielleicht kann er diese Zeit nach dem BCB dann tatsächlich mit einem verspäteten Geburtstagsgeschenk am 23. April und als elffacher deutscher Mannschaftsmeister angehen. Am Sonntag soll gegen Blau-Weiß Wittorf der erste Schritt hin zum erhofften Traumausstand erfolgen – und es wird sicherlich ein bewegender Moment sein, wenn Fuchsi an diesem Tag seinen letzten Ballwechsel in einem Heimspiel für den BCB gespielt hat und sich ein letztes Mal den warmen Applaus von den hoffentlich vollbesetzten Rängen in der Joachim-Deckarm-Halle abholt.

dbe

Bischmisheim beendet die Hauptrunde als Dritter

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Peter Käsbauer. Foto: Thomas Wieck

Der Deutsche Meister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim hat die Hauptrunde der Badminton-Bundesliga zuhause mit einem Sieg und einer Niederlage abgeschlossen. Einem 5:2-Erfolg über den TV Refrath folgte ein knappes 3:4 gegen den SC Union Lüdinghausen.

Im letzten Hauptrunden-Auftritt musste sich der Deutsche Meister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim am vergangenen Sonntag nochmal mit einer Niederlage anfreunden: Gegen den SC Union Lüdinghausen, der die Saison einen Rang hinter dem BCB auf dem vierten Platz beendete, verloren die Bischmisheimer in der heimischen Joachim-Deckarm-Halle knapp mit 3:4.

„Am Sonntag gegen Lüdinghausen war die Luft irgendwo raus“, konstatierte BCB-Teammanager Volker Eiber nach der vierten Saisonniederlage im 20. Spiel. Für das Endergebnis war die Schlappe nicht mehr relevant. Mit 16 Siegen und 41 Punkten beendete seine Mannschaft die Runde als Tabellendritter, sechs Punkte hinter dem Zweiten SV Fun-Ball Dortelweil und acht Zähler vor Lüdinghausen.

Im letzten Heimspiel verzichteten die Bischmisheimer freiwillig auf einen Einsatz von Johannes Pistorius, der nach seiner Corona-Erkrankung eine schöpferische Pause erhielt. Zudem fehlten im Damenbereich die ebenfalls an Corona erkrankte Stine Küspert (sie verpasste auch die Partie am Vortag gegen Refrath) sowie Franziska Volkmann, die über leichte Fußprobleme klagte. Im ersten Herrendoppel gegen Lüdinghausen verschafften Ruben Jille und Peter Käsbauer dem BCB mit ihrem 11:8, 11:9, 11:7 über Nick Fransman und Ties van der Lecq den ersten Punktgewinn. Das zweite Herrendoppel sah daraufhin die Gäste vorne: Daniel Nikolov und Patrick Scheiel unterlagen Max Weißkirchen und Aram Mahmoud mit 5:11, 10:12, 12:14. Einen starken Auftritt legte das umformierte Bischmisheimer Damendoppel mit Priskila Siahaya und Nationalspielerin Isabel Lohau hin. Sie bezwangen Yvonne Li und Linda Efler mit 12:10, 11:6, 5:11 und 11:7. Darüber hinaus war im Einzel einmal mehr auf Daniel Nikolov Verlass: Der Bulgare rang Mahmoud in fünf Durchgängen hinten raus klar 11:13, 11:5, 13:15, 11:3 und 11:5 nieder.

Im Dameneinzel hatte Siahaya der dreifachen Deutschen Einzelmeisterin Li beim 5:11, 6:11, 6:11 wenig entgegenzusetzen. Das gemischte Doppel holten Eva Janssens und van der Lecq mit einem 11:5, 11:6, 4:11 und 11:7-Erfolg über Lohau und Scheiel für die Gäste. Im ersten Herreneinzel lieferte Bischmisheims Österreicher Luka Wraber dem dreimaligen Deutschen Meister Max Weißkirchen einen harten Kampf, musste sich am Ende trotz starker Leistung aber in fünf Sätzen 14:12, 9:11, 7:11, 11:7 und 6:11 beugen. „Luka hat wirklich sehr gut gespielt – ich habe ihn ehrlich gesagt noch nie so gut spielen sehen“, fand Eiber trotz der Niederlage lobende Worte.

Einen Tag zuvor hatte der BCB das Heimspiel-Wochenende mit einem souveränen 5:2-Erfolg über den am Ende fünftplatzierten TV Refrath eröffnet. „Da haben wir uns echt noch gut zusammengerissen und einige sehr gute Spiele hingelegt“, befand Eiber. Vor allem das Duell von Priskila Siahaya gegen Refraths Ann-Kathrin Spöri hatte allerhand zu bieten – inklusive einer starken Aufholjagd der Deutsch-Indonesierin im BCB-Dress, die ihre Gegnerin nach 0:2-Satzrückstand letztlich mit 11:13, 8:11, 11:8, 12:10 und 11:9 in die Schranken wies. Ebenfalls fünf Sätze benötigte das erste Bischmisheimer Herrendoppel um Scheiel und den Niederländer Jille. Sie bezwangen den Ex-Saarbrücker Fabian Roth und Malik Bourakkadi 6:11, 11:9, 10:12, 11:7 und 11:7. Das zweite Herrendoppel entschieden Johannes Pistorius und Käsbauer gegen David Kim und Brian Holtschke in vier Sätzen 11:7, 5:11, 11:8, 11:7 für sich, während sich im Damendoppel Lohau und Volkmann glatt mit 11:9, 11:6, 14:12 gegen Spöri und Leona Michalski behaupteten. Den fünften Punkt für den BCB sicherte daraufhin Daniel Nikolov, der in einer sehr unterhaltsamen Partie gegen David Kim mit 11:13, 11:9, 11:9 und 15:14 die Nase vorne hatte. Nichts zu ernten gab es derweil für Luka Wraber im Duell mit dem deutschen Ex-Meister Fabian Roth, der sich doch deutlich mit 11:5, 11:13, 11:7, 11:8 gegen den fünffachen österreichischen Staatsmeister behauptete. Für das BCB-Mixed um Volkmann und Scheiel ging es gegen Refraths Paarung Michalski/Holtschke nach gewonnenem erstem Satz bergab, sie verloren 11:7, 8:11, 10:12, 8:11.

Nach Beendigung der Bundesliga-Hauptrunde fiebert der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim nun dem kommenden Sonntag entgegen, wenn es im Heimspiel in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle für den Titelverteidiger um die erneute Qualifikation für das Final Four-Endturnier um die Deutsche Meisterschaft geht. Der Gegner ab 14 Uhr ist dann Blau-Weiß Wittorf aus Neumünster, das die reguläre Runde auf dem sechsten Platz beendet hat. Die beiden Duelle aus der regulären Saison gingen jeweils an den BCB. Im vergangenen Februar gewannen die Saarländer ihr Gastspiel in Schleswig-Holstein mit 5:2. Das Hinspiel hatte der amtierende Meister im Oktober letzten Jahres in eigener Halle knapp mit 4:3 für sich entschieden – und möchte selbstredend auch im dritten Vergleich in dieser Spielzeit die Nase vorne haben.

dbe

1. Bundesliga 2021/2022

Pos.MannschaftTabelle 1. BundesligaSpieleSiegeNiederlagenPunkteSpieleSätzeDifferenz
102018249109311
2SV Funball Dortelweil02016447108322
30201644196443
40201193385554
50201192977635
60209112572686
70207132162787
80208121951899
9SG Schorndorf0209111955858
10020416124010010
11Jena02011951512511
12Frei00000000

Beuel sichert sich mit zwei Siegen den Klassenerhalt

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Beuel I sichert sich den Klassenerhalt. Bild BC Beuel

Zum Abschluss der Badminton Bundesligasaison konnte das erste Team des BC Beuel einen Doppelsieg verbuchen. Zum ersten Mal seit langem war die Mannschaft komplett und konnte vollständig antreten. Dementsprechend gut waren auch die Voraussetzungen, Motivation und Stimmung im Team.

Am Samstag gewann die Mannschaft gegen Blau-Weiss Wittorf NMS 5:2, am Sonntag gegen den TSV Trittau fiel der Sieg nicht so hoch aus, aber mit 4:3 konnte der BC Beuel auch hier punkten.

Beuel konnte Schorndorf auf Platz 8 zwar nicht mehr überholen und steht weiterhin auf Platz 9 der Tabelle. Sicher ist aber der Klassenerhalt. Der 1. BC Beuel bleibt in der ersten Bundesliga und kann sich jetzt auf die nächste Saison vorbereiten. Die Kaderplanungen laufen und das Team feiert den Klassenerhalt und schaut voller Optimismus auf die kommende Saison.

Gisela Waschek