Kategorie: 1. Bundesliga

Refrath reist mit großer Lockerheit nach Wipperfürth

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Raphael Beck und Kilasu Ostermeyer. Foto: Heinz Kelzenberg
An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden trifft sich in diesem Monat die deutsche Badmintonelite, um den Deutschen Mannschaftsmeister 2021 auszuspielen. Am 12./13.6. sind in Saarbrücken und in Wipperfürth je vier Teams am Start, die sich je zwei Plätze für das Finalturnier „Final 4“ sichern wollen, welches eine Woche später ebenfalls in Wipperfürth stattfindet. Der TV Refrath blickt locker auf das bevorstehende Playoff-Wochenende. Teamchef Heinz Kelzenberg: „Natürlich möchten wir uns mit einem der ersten beiden Plätze für das Final 4 qualifizieren, aber wir freuen uns in erster Linie, uns wiederzusehen und endlich wieder zu spielen“. Dabei weiß er die Chancen seines Teams gut einzuschätzen: „Die Chancen sind natürlich da und wir wollen sie ergreifen“. Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft gelten in diesem Jahr die beiden Teams aus Bischmisheim und Wipperfeld als favorisiert, doch in der aktuellen Situation ist es für jede Mannschaft fraglich, ob sie in Bestbesetzung antreten kann. In Refrath ist man positiv gestimmt, dass dies der Fall sein wird, wohl wissend, dass für die drei Nicht-Profis im Team die Trainingssituation seit Monaten sehr schwierig ist. So werden auch zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft mit nach Wipperfürth reisen, um die Stammkräfte zu entlasten, dies sind Christopher Klauer und Bennet Peters. Am Samstag, den 12.6. beginnt das Playoffturnier um 10 Uhr mit der Begegnung des TV Refrath gegen den TSV Trittau. Der Sieger darf sich berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen des Final Four machen, da der zweite Gegner am Samstag (19 Uhr), SV GutsMuths Jena, als nicht so stark eingestuft wird. Am Sonntag um 11 Uhr kommt es dann zum Spiel der beiden vorab gesetzten Mannschaften aus Refrath und Wipperfeld. Aus Refrather Sicht hofft man, dass es dann nur noch darum geht, wer das Turnier als Erster oder Zweiter beendet und eine Woche später erneut antreten darf. Ob jedes Team bis zu 25 Fans mitbringen darf, entscheidet sich kurzfristig.

Einführung einer neuen Zählweise steht bevor

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Müssen sich die internationalen Schiedsrichter an eine neue Zählweise gewöhnen? Foto: HR
15 Jahre nachdem im Badminton zuletzt die Zählweise umgestellt wurde, könnte das Regelwerk in der olympischen Sportart erneut eine solch gravierende Veränderung erfahren: Beim Annual General Meeting (AGM) der Badminton World Federation (BWF), der Mitgliederversammlung des Badminton-Weltverbandes BWF, wird am 22. Mai 2021 über einen entsprechenden Vorschlag abgestimmt.
Der indonesische Badminton-Verband hat gemeinsam mit dem Badminton-Verband der Malediven – und unterstützt vom asiatischen Badminton-Verband, vom koreanischen Badminton-Verband sowie vom Badminton-Verband Taiwans – den Antrag eingereicht, wonach nach den Olympischen Spielen in Tokio/Japan (23. Juli bis 8. August 2021) die Zählweise von „3 x 21“ (= zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte) auf „5 x 11“ (= drei Gewinnsätze bis elf Punkte) umgestellt werden soll. Diese Zählweise war von der BWF bereits in den Jahren 2014 und 2015 über jeweils drei Monate sowie in den Jahren 2016 und 2017 über zusammen 16 Monate bei internationalen Turnieren verschiedener Kategorien getestet worden, um zu eruieren, inwieweit die Verkürzung der Sätze dazu beitragen kann, die Attraktivität der Sportart – speziell für die Zuschauer*innen sowie für die Medien – noch weiter zu erhöhen.
Als beim AGM 2018 über die – seinerzeit vom BWF Council vorgeschlagene – Änderung von „3 x 21“ auf „5 x 11“ abgestimmt wurde, erhielt der Antrag nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Interessanterweise waren es damals insbesondere auch die Delegierten der asiatischen Badminton-Verbände, die sich gegen die Änderung aussprachen. Deutschland votierte seinerzeit dafür und wird auch beim AGM 2021 dem betreffenden Antrag zustimmen. Das Führungsgremium der BWF erachtet die Regeländerung nach wie vor als sinnvoll und unterstützt den Antrag daher ebenfalls.
Auch die Badminton-Bundesliga nahm die im Frühjahr 2016 vom Badminton-Weltverband ausgesprochene Einladung zum Testen der Zählweise „5 x 11“ an: Die Erst- und die Zweitligavereine bestritten die Spielzeiten 2016/2017 und 2017/2018 nach diesem System. Dieses fand bei allen Beteiligten derart viel Anklang, dass die Bundesligavollversammlung im Jahr 2018 beschloss, die Zählweise beizubehalten. Die BWF hatte zuvor mitgeteilt, dass sie damit einverstanden wäre. „Nachdem bereits im Jahr 2018 eine Änderung der Zählweise im Weltverband diskutiert wurde, damals aber keine ausreichende Mehrheit fand, scheint es diesmal so zu sein, als könnte der Antrag Erfolg haben.
Die von den Befürwortern genannten Gründe für eine Verkürzung der Spielzeit mit mehr Spannungsmomenten kann ich für den internationalen Spitzenbereich gut nachvollziehen“, meinte Thomas Born zu dem aktuellen Antrag zur Änderung der Zählweise von „3 x 21“ auf „5 x 11“ bei internationalen Turnieren. Der Präsident des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) ergänzte: „Andererseits dürfen aber auch die Wünsche der Spielerinnen und Spieler auf allen Leistungsebenen nicht unberücksichtigt bleiben. Der DBV sollte dahin wirken, die aktuelle Zählweise jedenfalls als ‚alternative Zählweise’ im nationalen Spielbetrieb weiterhin optional zu ermöglichen.” Bevor im Jahr 2006 auf das System „3 x 21“ umgestellt worden war, wurden im Badminton zwei Gewinnsätze bis 15 („3 x 15“) gespielt. Allerdings konnte seinerzeit – anders als nach den aktuellen Regularien – nur die Person bzw. Paarung einen Punkt erzielen, die Aufschlag hatte.
Der Badminton-Weltverband hat derzeit 196 Mitglieder. Die Geschäftsstelle ist in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur ansässig. Die diesjährige Mitgliederversammlung der BWF findet aufgrund der Corona-Pandemie virtuell statt. Ursprünglich war sie an die Mixed-Team-Weltmeisterschaft um den Sudirman angebunden, die vom 23. bis zum 30. Mai 2021 in Suzhou/China ausgetragen werden sollte. Die Titelkämpfe wurden jedoch auf einen noch nicht näher bestimmten Termin verschoben.
Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Deutsche Meisterschaften U19 2020 können nicht nachgeholt werden

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Logo DBV
Große Enttäuschung bei vielen Nachwuchsassen des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV): Die Deutschen Meisterschaften 2020 in der Altersklasse U19, die im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen mussten, können – entgegen der jüngsten Absichten – auch nicht 2021 ausgetragen werden.
Aufgrund des nach wie vor sehr dynamischen Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Planungsunsicherheit beschloss das DBV-Präsidium, die letztjährigen Titelkämpfe keinesfalls nachzuholen. Dabei folgte das Gremium des olympischen Spitzenverbandes der Empfehlung des für die Organisation der Deutschen Nachwuchsmeisterschaften zuständigen Ausschusses für Jugend (AfJ) im DBV, der sich wiederum zuvor u. a. mit dem Bundestrainer Nachwuchs im DBV, Michael Fuchs, sowie mit Verantwortlichen aufseiten des gastgebenden Vereins abgestimmt hatte. „Für viele Spielerinnen und Spieler wären die Deutschen U19-Meisterschaften, die für November vergangenen Jahres angesetzt waren, die letzten Meisterschaften im Jugendbereich gewesen. Uns war daher sehr daran gelegen, dass sie diese Erfahrung nicht missen müssen, und wir haben uns deshalb zu Jahresbeginn für die eher ungewöhnliche Maßnahme entschieden, die Titelkämpfe des Jahres 2020 im Jahr 2021 nachzuholen. Doch das Pandemiegeschehen lässt dies nicht zu“, erläutert DBV-Präsident Thomas Born die Entscheidung des Präsidiums. Als neuer Termin für die DM U19 2020 war der 5./6. Juni 2021 vorgesehen. Ausgerichtet werden sollte die Veranstaltung vom TSV Heimaterde in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen). Eine eventuelle Durchführung zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2021 kommt – aus verschiedenen Gründen – nicht infrage.
Der AfJ fasste derweil den Beschluss, die DBV-A-Ranglistenturniere in den Altersklassen U11/U13 und U15, die im Juni 2021 in Kleinblittersdorf (Saarland) und Waghäusel (Baden-Württemberg) stattfinden sollten, aufgrund der Corona-Pandemie abzusagen. Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Qualifikationsturnier mit Jenaer Beteiligung

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Logo GutsMuths Jena
Nachdem sich die Mannschaften des DBLV (Deutscher Badminton Liga Verband) eindeutig gegen eine normale Wertung einer verkürzten Saison ausgesprochen haben, hat sich der Verband eine Möglichkeit zur Ermittlung eines Deutschen Meistertitels überlegt. Der Auszeichnung eines Deutschen Meisters kommt eine hohe Priorität zu, da schon im letzten Jahr darauf verzichtet werden musste. Im Gegensatz zum normalen Ligaablauf mit Hin- und Rückrunde wird in dieser Saison in einem Turniermodus um die Teilnahme am Final-Four, der Runde zur Ermittlung des Meisters, gespielt. Das Datum ist der 12. und 13. Juni. Da die Teilnahme am Qualifikationsturnier auf Grund der besonderen Situation freiwillig ist, nehmen die Vereine TSV Neuhausen-Nymphenburg und der 1. BC Beuel nicht teil. Die restlichen acht Vereine, unter denen auch der Jenaer SV GutsMuths sein wird, spielen in zwei getrennten Vierergruppen im Modus jeder gegen jeden. Die Ausrichter der Turniere werden der 1. BC Sbr.-Bischmisheim (Saarbrücken) [Gruppe A] und der 1. BC Wipperfeld (Wipperfürth) [Gruppe B] sein. Die Jenaer wurden der Gruppe B zugeteilt, welcher außerdem noch der TV Refrath, der TSV Trittau und der 1. BC Wipperfeld angehören. Der genaue Ablauf ist wie folgt geplant. Gruppe A: Samstag, 12.06.2021
10.00 Uhr: Union Lüdinghausen – BW Wittorf-Neumünster
13.00 Uhr: 1. BC Bischmisheim – SG Schorndor
16.00 Uhr: 1. BC Bischmisheim – BW Wittorf-Neumünster
19.00 Uhr: Union Lüdinghausen – SG Schorndorf Sonntag, 13.06.2021, 11.00 Uhr:
1. BC Bischmisheim – Union Lüdinghausen
11.00 Uhr: BW Wittorf-Neumünster – SG Schorndorf
Gruppe B: Samstag, 12.06.2021, 10.00 Uhr:
TV Refrath – TSV Trittau
13.00 Uhr: 1. BC Wipperfeld – SV GutsMuths Jena
16.00 Uhr: 1. BC Wipperfeld – TSV Trittau
19.00 Uhr: TV Refrath – SV GutsMuths Jena Sonntag, 13.06.2021, 11.00 Uhr:
1. BC Wipperfeld – TV Refrath
11.00 Uhr: TSV Trittau – SV GutsMuths Jena
Die ersten beiden Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für das Final Four, welches eine Woche später (19. & 20. Juni) ebenfalls in Wipperfürth stattfinden wird. Die Spieler des SV GutsMuths Jena freuen sich auf die Herausforderung, bei dem Qualifikationsturnier ohne Druck aufspielen zu können. Zwar ist die Qualifikation zum Final Four für die Jenaer unwahrscheinlich, doch als Underdog hat der SV GutsMuths Jena in den letzten Jahren immer wieder einmal für Überraschungen sorgen können. Alle Spiele werden live im Internet zu verfolgen sein. Das ganze Qualifikationsturnier wird nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen stattfinden. Moritz Predel

Isabel Herttrich für das Jahresabschlussturnier qualifiziert

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Isabel Herttrich (r.) mit Linda Efler. Foto: Claudia Pauli
Für Isabel Herttrich (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) begann das Jahr 2021 überaus erfreulich: Die 28-Jährige qualifizierte sich gleich in zwei Disziplinen für die HSBC BWF World Tour Finals 2020 (27. bis 31. Januar 2021 in Bangkok/Thailand), das Jahresabschlussturnier 2020 des Badminton-Weltverbandes BWF, welches aufgrund der Corona-Pandemie erst einen Monat später als ursprünglich geplant und zudem an einem anderen Ort als einst vorgesehen ausgetragen wird. Die 58-malige deutsche Badminton-Nationalspielerin darf bei dem mit 1,5 Millionen US-Dollar dotierten Saisonfinale in Thailands Hauptstadt Bangkok sowohl mit Linda Efler (SC Union Lüdinghausen) im Damendoppel als auch mit Mark Lamsfuß (1. BC Wipperfeld) im Mixed aufschlagen. Bei den HSBC BWF World Tour Finals sind in den fünf Disziplinen jeweils die besten acht Spieler, Spielerinnen und Paarungen des jeweiligen Jahres startberechtigt. Dabei dürfen sowohl im Herreneinzel und im Dameneinzel als auch im Herrendoppel, im Damendoppel und im Mixed maximal zwei Spieler, Spielerinnen und Paarungen aus einer Nation antreten. Wer zum illustren Teilnehmerfeld zählt, wird nicht an der Weltrangliste festgemacht, sondern die Vergabe der Startplätze erfolgt auf der Basis einer speziellen Wertung des Badminton-Weltverbandes. In dieses Sonderranking fließen lediglich die Ergebnisse ein, die bei ausgewählten Turnieren der HSBC BWF World Tour erzielt wurden. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Turnierausfälle bzw. -verschiebungen, auch das Jahresabschlussevent betreffend, basiert die Rangliste letztlich allerdings auf anderen Veranstaltungen als zunächst beabsichtigt. Für das sogenannte HSBC BWF Road to Bangkok Ranking zählen folgende Turniere: ECOGREEN Syed Modi International Badminton Championships 2019 (ausgetragen im November/Dezember 2019 in Indien) PERODUA Malaysia Masters 2020 (ausgetragen im Januar 2020 in Malaysia) DAIHATSU Indonesia Masters 2020 (ausgetragen im Januar 2020 in Indonesien) Princess Sirivannavari Thailand Masters 2020 (ausgetragen im Januar 2020 in Thailand) Barcelona Spain Masters 2020 (ausgetragen im Februar 2020 in Spanien) YONEX All England Open 2020 (ausgetragen im März 2020 in England) DANISA Denmark Open 2020 (ausgetragen im Oktober 2020 in Dänemark) YONEX Thailand Open 2021 (ausgetragen im Januar 2021 in Thailand) TOYOTA Thailand Open 2021 (ausgetragen im Januar 2021 in Thailand). Das Damendoppel Linda Efler/Isabel Herttrich sicherte sich das Ticket für die hochdotierte Veranstaltung als Nummer sechs der Rangliste, das Mixed Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich belegte darin sogar Platz zwei. Dabei stand die Teilnahme des Gemischten Doppels an den HSBC BWF World Tour Finals Bangkok 2020 bereits Ende vergangenen Jahres fest. Linda Efler/Isabel Herttrich hingegen erspielten sich das Ticket noch kurzfristig durch gute Leistungen bei den YONEX Thailand Open 2021 und den TOYOTA Thailand Open 2021. „Zwar hatten aus mehreren Nationen – darunter China und Japan – Spielerinnen, Spieler und Paarungen aufgrund der Corona-Pandemie letztlich keine Möglichkeit, sich für die HSBC BWF World Tour Finals Bangkok 2020 zu qualifizieren, aber das Damendoppel hat die Chance, die sich ihm dadurch bot, auch hervorragend genutzt“, sagt Martin Kranitz, der Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV). Ausschlaggebend für die Qualifikation von Linda Efler/Isabel Herttrich für das Jahresabschlussturnier war insbesondere der klare Sieg über die Inderinnen Ashwini Ponnappa/Reddy N. Sikki (21:11, 21:19) in der ersten Runde der TOYOTA Thailand Open 2021. Gespielt wird in Bangkok zunächst in zwei Gruppen zu je vier Herren bzw. Damen und Paarungen nach dem Modus „jeder gegen jeden“. Diejenigen, die nach Abschluss der Vorrunde auf den Tabellenplätzen eins und zwei liegen, ziehen ins Halbfinale ein. In diesem geht es im K.-o.-System weiter. Dabei trifft in der Vorschlussrunde jeweils ein Gruppenerster auf einen Gruppenzweiten. Die Auslosung der Gruppen erfolgt am 26. Januar 2021. Beiden Paarungen des DBV ist ein Preisgeld in Höhe von 10.500,- US-Dollar garantiert: Diese Summe erhält jedes Duo, das nach Abschluss der Gruppenphase Rang vier in seiner Vorrundengruppe belegt. Für Platz drei werden bereits 19.500,- US-Dollar pro Paar ausgeschüttet, die Halbfinalteilnahme bringt einen Scheck über 30.000,- US-Dollar pro Paar mit sich. Alle Badmintonasse des DBV, die bei den HSBC BWF World Tour Finals 2020 antreten dürfen, qualifizierten sich zum ersten Mal für das prestigeträchtige Event. Seit der erstmaligen Durchführung eines Jahresabschlussturniers dieser Art – im Jahr 2008 – gelang es zuvor sechs weiteren Aktiven aus Deutschland, dafür das Ticket zu lösen: Huaiwen Xu: 2008 im Dameneinzel Nicole Grether: 2008 im Damendoppel, 2009 im Dameneinzel und im Damendoppel Juliane Schenk: 2009, 2011 und 2012 im Dameneinzel Michael Fuchs: 2014 im Mixed Birgit Overzier: 2014 im Mixed Marc Zwiebler: 2016 im Herreneinzel.
Ursprünglich sollten die HSBC BWF World Tour Finals 2020 vom 9. bis zum 13. Dezember vergangenen Jahres in Guangzhou/China ausgetragen werden. Alle Ergebnisse der HSBC BWF World Tour Finals 2020 finden sich auf der DBV-Homepage unter www.badminton.de sowie im Internet unter https://bwf.tournamentsoftware.com [Stichwort „HSBC BWF World Tour Finals 2020 (New Dates)“]. Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Fabienne Deprez muss ihre Karriere beenden

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Fabienne Deprez war bei Team-Europameisterschaften (im Bild bei der EM für Herren- und für Damennationalmannschaften 2020) stets eine Punktegarantin. Foto:
Claudia Pauli
Sie bestritt bis dato 51 Länderspiele, nahm an zahlreichen Welt- und Europameisterschaften teil, hält nach wie vor den Rekord als jüngste Spielerin in der Geschichte, die in der 1. Badminton-Bundesliga aufschlug, und hatte noch die Chance, sich für die Olympischen Spiele in Tokio/Japan zu qualifizieren. Aus gesundheitlichen Gründen ist Fabienne Deprez jetzt allerdings gezwungen, zum 31. Dezember 2020 ihre Karriere in der deutschen Badminton-Nationalmannschaft zu beenden. Ihr letztes Match bei einem internationalen Turnier bestritt die amtierende Deutsche Vizemeisterin im Dameneinzel bereits Ende Oktober bei den SaarLor Lux Badminton Open in Saarbrücken. Bei der 28-Jährigen wurde im Sommer 2020 Schlafapnoe diagnostiziert – eine Erkrankung, die mit Atemaussetzern im Schlaf einhergeht. Trotz entsprechender Behandlung sind die Auswirkungen dieser schlafbezogenen Atmungsstörung so gravierend, dass die Ausübung von Leistungssport nicht möglich ist.
„Wahrscheinlich leide ich daran schon viel länger: Ich kenne seit mehreren Jahren nicht mehr das Gefühl, morgens aufzuwachen und ausgeruht zu sein. Ich war daher auch im Training, speziell morgens, immer müde und habe gemerkt, dass ich zum einen viel schlechter regeneriere als die anderen und zum anderen nach dem Krafttraining viel mehr Muskelkater habe“, erläutert die Sportsoldatin der Bundeswehr. Sie fügt hinzu: „Ich bin stolz darauf, was ich erreicht habe, obwohlich über mehrere Jahre so schlecht geschlafen habe.“
Seit rund drei Monaten trägt die Deutsche Meisterin von 2013 nun nachts ein Atemgerät, das sie beim Schlafen unterstützt. „Die Maske verrutscht zwar noch ziemlich häufig, sodass ich nach wie vor nicht durchschlafen kann. Aber es wird allmählich besser“, blickt die Europameisterin von 2012 mit dem deutschen Damenteam zuversichtlich nach vorn. Fabienne Deprez trainiert jetzt zunächst einige Zeit ab, sie möchte aber auch anschließend noch mehrmals pro Woche in der Badmintonhalle aktiv sein. „Ich werde nicht komplett mit Badminton aufhören, sondern weiter trainieren – aber eben nicht mehr jeden Tag und ohne mich unter Druck zu setzen“, erläutert die Teilnehmerin an den Olympischen Jugendspielen 2010 im Stadtstaat Singapur, die aktuell für den französischen Verein ASPTT Strasbourg Punktspiele bestreitet. So kann sie sich etwa vorstellen, in der Saison 2021/2022 wieder in Deutschland in einer Liga aufzuschlagen. Außerdem strebt sie an, die Ende 2021 beginnende, nächste A-Trainer-Ausbildung des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) zu absolvieren.
„Durch den Rücktritt von Fabienne verlieren wir eine langjährige Leistungsträgerin im Dameneinzel, die speziell bei Team-Europameisterschaften häufig maßgeblich an Medaillengewinnen beteiligt war. Seit Ende 2018 verzeichnete sie auch zunehmend Siege gegen höherplatzierte Spielerinnen, wie gegen die Russin Evgeniya Kosetskaya bei der Individual-WM 2018 und beim Azerbaijan International 2019, gegen Kim Ga Eun aus Korea und Porntip Buranaprasertsuk aus Thailand bei den YONEX Canada Open 2019 oder zuletzt gegen die Französin Qi Xuefei bei den DANISA Denmark Open 2020. Das gemeinsame Ziel bestand drin, die physische Belastbarkeit und Fitness in 2020 weiter auszubauen. Dass jetzt krankheitsbedingt Schluss mit Leistungssport ist, war die richtige Entscheidung, ist aber sehr bitter“, sagt Detlef Poste. Der Chef-Bundestrainer im DBV ergänzt: „Ich hoffe, wir können Fabienne in einem Freundschaftsländerspiel im nächsten Jahr – sobald es die Corona-Pandemie zulässt – vor deutschem Publikum gebührend verabschieden. Erfreut bin ich auch, dass Fabienne Interesse an der Teilnahme an der A-Trainerausbildung des DBV geäußert hat und unserem Sport weiterhin verbunden bleiben möchte. Ich wünsche ihr alles Gute für die Zukunft.“ Fabienne Deprez bestritt im Dezember 2006 mit damals 14 Jahren ihr erstes Punktspiel in der 1. Badminton-Bundesliga. Bis dato war auch kein Spieler bei seinem Debüt in der Eliteklasse jünger. Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)

Beuel weiterhin auswärts ohne Punktgewinn

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Hannah Pohl und Lara Käpplein im Damendoppel. Foto: BC Beuel
Mit einer Niederlage im Gepäck kehrte die Badminton-Bundesligamannschaft des 1. BC Beuel am vergangenen Sonntag, 25. Oktober, aus Schleswig-Holstein zurück: Das Team unterlag mit 2:5 bei Blau-Weiß Wittorf-Neumünster. Nach wie vor steht die Mannschaft vor der schwierigen Situation, dass gleich mehrere ausländische Stammspieler aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht eingesetzt werden können. Also kamen auch in Wittorf mit Lukas Resch und Lennart Konder wieder zwei Spieler aus dem Zweitliga-Kader der Beueler zum Einsatz. Dennoch standen die Chancen auf einen Punktgewinn in Wittdorf gar nicht so schlecht, denn auch die Gegner hatten personelle Probleme. Bei ihnen fehlte die Nummer Eins bei den Herren, Jugendnationalspieler Matthias Kicklitz. Und es begann auch gut für die Schwarz-Gelben. Nach den drei Doppeln führten die Beueler mit 2:1. Zwar unterlagen Daniel Hess und Marvin Datko im ersten Herrendoppel, Lukas Resch und Lennart Konder im zweiten Herrendoppel und das Damendoppel konnten jedoch punkten. Insbesondere im Damendoppel lieferten sich Hannah Pohl und Neuzugang Lara Käpplein mit ihren Gegnerinnen Vivien Sandorhazi und Lise Jaques ein hochklassiges und spannendes Match, das sie am Ende in fünf Sätzen mit 11:7, 11:9, 9:11, 5:11 und 11:5 für sich entscheiden konnten. Mit einem weiteren Sieg hätte das Beueler Team jetzt seinen ersten Saisonpunkt einfahren können, doch dazu hat es leider nicht gereicht. Obwohl es noch sehr spannend wurde. Zwar gingen das erste Herreneinzel von Lukas Resch und das Dameneinzel von Brid Stepper jeweils glatt in drei Sätzen verloren, das Mixed von Lara Käpplein und Daniel Hess entwickelte sich jedochzu einem wahren Krimi. Die Beiden lieferten sich mit ihren Gegnern Lise Jaques und Bjarne Geiss einen offenen Schlagabtauschmit mit vielen langen und spektakulären Ballwechseln. Das Glück war am Ende dann aber doch auf der Seite der beiden Wittorfer, die den fünften Entscheidungssatz knapp mit 11:8 für sich entscheiden konnten. Auch Lennart Konder hatte im abschließenden zweiten Herreneinzel noch einmal die Gelegenheit, zu punkten. Er hatte es mit dem Wittdorfer Routinier Sebastian Schöttler zu tun. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand Konder immer besser ins Spiel und konnte den dritten Satz sogar für sich entscheiden. Leider hat es am Ende dann aber doch nicht ganz gereicht und Sebastian Schöttler sorgte mit seinem Sieg im vierten Satz für den 2:5 Endstand aus Beueler Sicht. Weiter geht es für den 1. BC Beuel am 07. und 08. November. Dann stehen für das Team die ersten beiden Heimspiele gegen Neuhausen-Nymphenburg und Jena auf dem Programm. Vorausgesetzt, dass sich aufgrund der Corona-Situation keine Änderungen ergeben. Katja Holenz

Bischmisheim gibt sich bei Aufsteiger keinerlei Blöße

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Das Team des 1. BCB Saarbrücken-Bischmisheim. Foto: BC Saarbrücken-Bischmisheim
BC Saarbrücken-Bischmisheim gewinnt beim Liganeuling aus Baden-Württemberg glatt mit 7:0 und bleibt mit optimalen sechs Punkten Spitzenreiter der Bundesliga
Zweites Spiel, zweiter klarer Sieg. Die Badminton-Asse des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim haben am Sonntag ihre Pflichtaufgabe in der Badminton-Bundesliga beim Aufsteiger SG Schorndorf mit Bravour gemeistert: Beim klaren 7:0-Erfolg gestattete der amtierende Deutsche Meister dem Liganeuling gerade mal drei Satzgewinne. Überhaupt keine Mühe hatte das Bischmisheimer Damendoppel um Isabel Herttrich und Stine Küspert. Sie beherrschten ihre Gegnerinnen Xenia Kölmel und Kerstin Wagner bei ihrem 11:1, 11:4 und 11:5 nach Belieben. Ebenfalls glatt entschied auch das zweite Herrendoppel um Johannes Pistorius und Ruben Jille sein Duell mit den Schorndorfern Alan Erben und David Kramer für sich – lediglich im dritten Durchgang mussten sich die beiden Bischmisheimer beim 11:5, 11:6 und 13:11 etwas mehr strecken.
Ferner kamen auch Fabian Roth und Neuzugang Priskila Siahaya in ihren Einzelpartien zu glatten Erfolgen. Roth hatte gegen David Kramer nur im ersten Satz so seine Mühe. Am Ende feierte der 24-Jährige aber mit 12:10, 11:6 und 11:3 den nächsten souveränen Sieg nach seinem Comeback nach ewig langer Verletzungspause. Siahaya geriet gegen Xenia Kölmel nur im zweiten Durchgang ein wenig in die Bredouille – ehe auch die Indonesierin mit 11:3, 14:12 und 11:3 einen klaren Dreisatzerfolg in der Tasche hatte. Daniel Nikolov musste in seinem Einzelmatch gegen Schorndorfs Leon Seiwald zwar den ersten Durchgang mit 4:11 abgeben. Die folgenden Sätze entschied der Bulgare aber mit 11:9 und zwei Mal 11:8 für sich. Im Mixed gaben Küspert und Jille nach dem Verlust des zweiten Abschnitts die passende Antwort und setzten sich schließlich mit 11:5, 11:13 und zwei Mal 11:8 durch. Auch das Herrendoppel um Marvin Seidel und Peter Käsbauer behielt gegen Benjamin Wahl und Seiwald in vier Durchgängen mit 12:10, 11:13, 11:1 und 11:8 die Oberhand. Nach dem zweiten Spieltag bleibt der BCB durch das klare 7:0 mit der Optimalausbeute von sechs Zählern an der Tabellenspitze. Punktgleich mit dem mutmaßlichen Hauptkonkurrenten im Kampf um den Titel, dem 1. BC Wipperfeld, der seine ersten beiden Partien ebenfalls mit 6:1 und 7:0 gewonnen hat, aber gegenüber den Saarbrückern das schlechtere Satzverhältnis (41:13 gegenüber 40:7 für den BCB) aufweist. Die nächsten Partien führen den 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim am 7. und 8. November nach Schleswig-Holstein. Samstags gastiert der BCB ab 15 Uhr beim siebtplatzierten TSV Trittau (2 Punkte). Tags darauf steht ab 14 Uhr in Neumünster bei Blau-Weiß Wittorf (mit drei Zählern gestartet) das dritte Gastspiel der laufenden Runde an.
Vorher allerdings hoffen zahlreiche Bischmisheimer Akteure darauf, beim internationalen Topturnier um die SaarLorLux-Open in Saarbrücken eine gute Figur abzugeben. Die Veranstaltung stand coronabedingt zwischenzeitlich auf der Kippe. Nun aber geht es von Dienstag, dem 27. Oktober an bis zum kommenden Sonntag (1. November) in der Saarbrücker Saarlandhalle in einem trotz allem erlesenen Starterfeld zur Sache. Vor allem die Olympiakandidaten Marvin Seidel und Isabel Herttrich rechnen sich beim „Heimspiel“ viel aus. Seidel und sein Partner Mark Lamsfuß sind im Herrendoppel an Position zwei gesetzt. Im Mixed gehen Herttrich und Lamsfuß an Position drei ins Rennen um den Turniersieg – und mit dem Wissen, dass sie in guter Form sind, denn erst vor wenigen Tagen hatten sich beide bei den Denmark Open in die Siegerliste eintragen können. dbe

Schorndorf schlägt sich achtbar

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Benjamin Wahl (rechts) und sein Doppelpartner Leon Seiwald spielten trotz Niederlage ein starkes erstes Doppel. Foto: Ulrich Kolb
Badminton-Erstligist SG Schorndorf musste sich zuhause dem Tabellenführer 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim klar mit 0:7 geschlagen geben. Die Daimlerstädter schlugen sich gegen die in Topbesetzung angetretenen Saarländer trotz dem klaren Ergebnis achtbar. Der neunmalige deutsche Mannschaftsmeister 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim ließ gegen die Daimlerstädter nichts anbrennen. Und kam mit einer sehr starken Truppe nach Schorndorf. So beispielsweise Isabel Herttrich, die aktuelle Denmark Open-Gewinnerin im Mixed, Fabian Roth, der Deutsche Einzelmeister von 2017 oder Marvin Seidel und Peter Käsbauer, beide unter den Top-50 der Doppel-Weltrangliste. Insofern war relativ klar, dass für Schorndorf keine realistische Chance auf ein knappes Ergebnis bestand. Zumal bei der SG Alexander Dunn und Lizzie Tolman nicht dabeisein konnten. 0:7 – eine Packung. Dennoch war der Schorndorfer Teamchef Benjamin Wahl nicht unzufrieden. „Wir haben uns gut präsentiert und kamen zu Satzgewinnen, welche ich nicht erwartet hätte.“ So im ersten Doppel, das Benjamin Wahl und Leon Seiwald für die SG bestritten. Im ersten Satz verpassten beide den Satzgewinn gegen Marvin Seidel/Peter Käsbauer mit 10:12. Im zweiten Satz klappte es mit 13:11. Dann bekamen die Saarländer die Partie in den Griff und gewannen 11:1, 11:8. Deutlich setzte sich Bischmisheim im Frauendoppel durch. Nationalspielerin Isabel Herttrich und Stine Küspert gewannen gegen Kerstin Wagner/Xenia Kölmel klar mit 11:1, 11:4, 11:5. In drei Sätzen mit 5:11, 6:11, 11:13 unterlagen Alan Erben/David Kramer den BC-Spielern Johannes Pistorius/Ruben Jille. Xenia Kölmel benötigte gegen die in der Weltrangliste schon auf Platz 60 geführte Priskila Siahaya einen Satz um sich auf ihre Gegnerin einzustellen. Im zweiten Satz war beim 12:14 ein Satzgewinn in Reichweite. Der dritte Satz ging dann wieder glatt mit 11:3 an die starke Bischmisheimerin. Mit 4:0 war der Sieg für die Gäste nun schon frühzeitig fix. Im ersten Einzel überraschte Leon Seiwald seinen bulgarischen Gegenspieler Daniel Nikolov mit 11:4 im ersten Satz. In der hochklassigen Partie hatte Daniel Nikolov ab dem zweiten Satz immer Vorderwasser und siegte mit 11:9, 11:8, 11:8. Auch im Mixed war der SG ein Satzgewinn vergönnt. Kerstin Wagner/Alan Erben holten gegen Stine Küspert/Ruben Jille Satz Zwei mit 13:11. Im abschließenden zweiten Einzel unterlag David Kramer dem deutschen Meister von 2017, Fabian Roth, in drei Sätzen. Ulrich Kolb

Jena beim Erstliga-Auftakt nicht ohne Chancen

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Links Tabea Tirschmann, rechts Annika Schreiber. Foto: Steffen Nichterlein
Am Samstag um kurz nach 18 Uhr war es endlich soweit! Die Heimspielpremiere des SV GutsMuths Jena in der 1. Badminton Bundesliga konnte beginnen! 60 Zuschauer durften unter Einhaltung der Hygienevorschriften beim Duell der Saalestädter mit dem TV Refrath dabei sein. Der deutsche Vize-Meister verzichtete auf die Einreise der irischen Topstars ging aber dennoch als klarer Favorit in die Partie. Die gesamte Partie wurde vom MDR live im Netz übertragen.
Standesgemäß startete die Begegnung mit dem Damendoppel. Annika Schreiber und Tabea Tirschmann, die vor einer Woche in München den Jenaer Ehrenpunkt geholt hatten, bekamen es mit Ann-Kathrin Spöri und Carla Nyenhuis, einer Mannschaftseuropameisterin von 2012, zu tun. Gegen diese starke Konkurrenz war trotz vieler spannender Ballwechsel und einer guten Leistung am Ende kein Kraut gewachsen. Spannender gestalteten Moritz Predel und Stefan Wagner das 2. Herrendoppel gegen Brian Holtschke und Lars Schänzler. Phasenweise gelang es den Jenaern richtig gut, die beiden Einzelspieler, die im Moment zu den besten Deutschlands gehören, ins klassische, für Herrendoppel typische schnelle Drive und Angriffsspiel zu zwingen. Leider mussten Sie sich letztlich mit 9:11; 5:11; 11:8; 10:12 geschlagen geben. Mit etwas mehr Glück und Routine wäre hier womöglich noch mehr drin gewesen.
Im 1. Herrendoppel schlugen für Jena Pit Hofmann und Rückkehrer Julian Voigt auf. Der ehemalige Juniorennationalspieler hatte während der Aufstiegssaison pausiert, war aber vor einigen Monaten wieder ins regelmäßige Training eingestiegen und möchte seinen Jugendclub beim Abenteuer Bundesliga unterstützen. Die beiden großgewachsenen Jenaer legten gegen Max Schwenger, einen der Erfolgsgaranten beim Refrather Meistertitel 2017, und Denis Nyehuis, normalerweise Kapitän der Bundesligareserve, fulminant los und führten schnell 2:0 nach Sätzen. Doch ebenso schnell gelang es den Favoriten die Taktik umzustellen und zum 2:2 auszugleichen. Im Entscheidungssatz entwickelte sich dann noch einmal ein richtiger Schlagabtausch auf Augenhöhe. Vom Publikum lautstark angepeitscht, gelang es dem Heimdoppel letztlich hauchzart mit 11:9 zu gewinnen. Die weiteren Spiele entwickelten sich zu der erwartet schweren Angelegenheit. Nicole Bartsch gab im Dameneinzel alles, um der am Bundesstützpunkt trainierenden Ann-Kathrin Spöri Paroli zu bieten, war im zweiten Satz mit 7:11 sogar recht nah dran musste sich aber ebenso 0:3 geschlagen geben, wie Moritz Predel, der im zweiten Herreneinzel auf den extrem stark aufspielenden Brian Holtschke traf, der wie seine Teamkollegin am Bundesstützpunkt trainiert. Auch im 1. Herreneinzel ging der Refrather Lars Schänzler, amtierender deutscher Vizemeister, als Favorit gegen Lennart Notni auf das Feld. Der Jenaer brauchte etwas, um sich an das sehr hohe Spieltempo zu gewöhnen und konnte den Gegner nur im dritten Satz ernsthaft in Bedrängnis bringen. Diesen verlor er mit 9:11. Ähnlich verlief auch das letzte Spiel des Tages, das gemischte Doppel. Annika Schreiber/Pit Hofmann gegen Max Schwenger/Carla Nyenhuis, aus dem trotz vieler guter Ballwechsel die Refrather Paarung letztlich siegreich hervorging.
Am Ende steht der erwartet deutliche Sieg des TV Refrath, allerdings auch die positive Nachricht, dass die Jenaer wieder ein Spiel gewinnen konnten. Des Weiteren war auch für die Zuschauer vor Ort erkennbar, dass die Spieler des SV GutsMuths Jena durchaus mit dem Niveau der ersten Liga mithalten können und mehr als nur Kanonenfutter im Badmintonoberhaus sind. Mit etwas mehr Erfahrung auf dem noch immer ganz neuem Niveau dürften sich in Zukunft viele Spiele noch knapper gestalten. Die nächsten Spiele sind auf den 7. Und 8. November angesetzt, wenn der SV GutsMuths Jena auf den SC Union Lüdinghausen und den BC Beuel treffen. Lennart Notli