6:1 für drei Punkte – Bischmisheim mit klarem Statement im Spitzenspiel

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1. BC Bischmisheim – SV Funball Dortelweil Badminton Saarbrücken, Sonntag (13.01.2019) Foto: Thomas Wieck
Bundesliga-Tabellenführer 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim sichert sich beim bisherigen Dritten 1. BC Beuel die Optimalausbeute samt Polster nach hinten
Es war das Topspiel des siebten Spieltags der Badminton-Bundesliga: Spitzenreiter 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim zu Gast beim Tabellendritten 1. BC Beuel. Im Vorfeld hatte man sich beim amtierenden Meister aus der saarländischen Landeshauptstadt auf einen engen Vergleich mit dem Playoff-Halbfinalisten der Vorsaison eingestellt. Zumal der BCB das bis dato letzte Duell mit den Bonnern an Ort und Stelle mit 3:4 verloren hatte, wenn auch seinerzeit ersatzgeschwächt.
Diesmal jedoch wurde die Partie zu einer überaus eindeutigen Angelegenheit: Die Bischmisheimer Badminton-Asse schwangen sich im „ominösen siebten Spiel“ zu einer für die Konkurrenz bedrohlich guten Leistung auf und lieferten mit ihrem klaren 6:1-Erfolg eine Demonstration der Stärke. „Wir sind natürlich überaus zufrieden mit dem Ergebnis von 6:1. Dass wir gegen Beuel gleich alle drei Punkte holen, kommt vielleicht sogar etwas unerwartet“, sagte BCB-Doppelspezialist Peter Käsbauer, der im mit Abstand spannendsten Spiel am vergangenen Sonntag zusammen mit Daniel Nikolov die Weichen für die Gäste auf eine optimale Ausbeute stellte.
Käsbauer und Nikolov bezwangen im zweiten Herrendoppel die Bonner Paarung Max Weißkirchen und Lukas Resch nach einer dramatischen Partie in fünf Sätzen. Nach dem mit 11:6 souverän gewonnenen Auftaktsatz geriet das Gäste-Duo zunächst etwas aus dem Tritt und stand nach den mit 11:13 und 9:11 verlorenen Folgedurchgängen in Satz vier sogar kurz vor dem Matchverlust. Dann aber schafften Käsbauer und sein bulgarischer Mitstreiter noch die spektakuläre Wende: Sie gewannen Durchgang vier auf den letzten Punkt mit 15:14. Im Entscheidungsabschnitt hatten die beiden Bischmisheimer dann mit 11:8 letztlich die Nase vorne. Gerade Nationalspieler Käsbauer dürfte die tolle Aufholjagd auch für die nächsten Aufgaben auf internationaler Bühne Mut machen, nachdem es dort mit seinem neuen Partner Jones Jansen (1. BC Wipperfeld), mit dem er seit März zusammenspielt, zuletzt oftmals unglücklich gelaufen war. „Wir mussten ja in der Weltrangliste schnell nach oben kommen, um für die Topturniere in Frage zu kommen. Das hat dann nicht so geklappt, dazu kam Pech bei der Auslosung und in so mancher Partie. Wir werden zum Ende des Satzes im entscheidenden Moment häufig etwas fest“, rekapituliert Käsbauer. Im Gastspiel bei Beuel sah das im ganz entscheidenden Moment im vierten Durchgang zum Glück anders aus. Und vielleicht gilt das ja dann auch beim nächsten internationalen Auftritt, wenn Deutschlands „Spieler des Jahres“ 2018 bei den SaarLorLux Open (29. Oktober bis 3. November) in der Saarbrücker Saarlandhalle als einer der hoch gehandelten Lokalmatadore des BCB ins Rennen geht. „Die Auslosung könnte uns eigentlich in die Karten spielen. Wir erhoffen uns dort natürlich ein gutes Ergebnis“, sagt der 31-jährige gebürtige Oberpfälzer.
Das war das 6:1 beim 1. BC Beuel definitiv für den Meister der beiden Vorjahre. Durch die vollen drei Punkte stockte der BCB sein Konto auf 17 Zähler und den Vorsprung gegenüber Rang drei auf sechs Punkte auf. Das Ziel, nach der regulären Runde einen der ersten beiden Plätze im Tableau zu belegen, um so die direkte Qualifikation für das Final Four-Endturnier um die Meisterschaft zu erreichen, ist seit Sonntag damit ein gutes Stück näher gerückt. Im ersten Herrendoppel bezwangen Nationalspieler Marvin Seidel und sein niederländischer Partner Ruben Jille die beiden Bonner Engländer Peter Briggs und Zach Russ mit 11:7, 9:11, 11:7 und 11:6. Überhaupt keine Mühe hatte das Bischmisheimer Damendoppel um Nationalspielerin Isabel Herttrich und Olga Roj bei ihrem überlegenen Dreisatzerfolg über Hannah Pohl und Lisa Kaminski. Herttrich sicherte den Gästen zusammen mit Jille dann auch den Punkt im Mixed, wo den beiden gegen Pohl/Briggs nach dem 6:11 im ersten Satz mit 11:7, 15:13 und 11:6 noch die Wende gelang. Und auch in den drei Einzelmatches, die im Vorfeld als mögliche Schwachstelle der Saarländer gegolten hatte, fiel die Bilanz letztlich positiv aus. Das lag zum einen daran, dass sich der bulgarische Neuzugang Nikolov einmal mehr in Topform präsentierte: Er bezwang den amtierenden Deutschen Einzelmeister Max Weißkirchen in fünf Durchgängen 10:12, 11:6, 11:7, 9:11 und 11:4 – für Nikolov der elfte Sieg der Saison im 13. Spiel mit seiner Beteiligung. Darüber hinaus wusste auch der zweite BCB-Neuzugang Stine Küspert zu überzeugen. Die 20-Jährige, die sich nach der Auszeit von Luise Heim im Einzel in den Dienst der Mannschaft stellt, gewann gegen Lisa Kaminski klar mit 11:7, 11:5, 10:12 und 11:9. Im Spiel bei Beuel, das mit weiter zehn Punkten hinter den 1. BC Wipperfeld (elf Zähler) auf Rang vier zurückfiel, musste sich letztlich nur Jonas Scheller im Duell mit Lukas Resch geschlagen geben, in drei Sätzen, nachdem er den zweiten unglücklich in der Verlängerung verloren hatte.
Diese einzige Niederlage fiel in Sachen Punkte aber nicht ins Gewicht. Es war im siebten Spiel bereits das vierte Mal, dass der BCB mit 6:1 alle drei Zähler mitnehmen konnte – und in Beuel gelang dieses Kunststück obendrein im dritten Gastspiel der Saison zum dritten Mal. Dadurch vergrößerte der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim auch den Abstand zum ärgsten Verfolger wieder auf zwei Punkte. Der Tabellenzweite TV Refrath nahm im Heimspiel gegen den TSV Nymphenburg-Neuhausen beim 5:2 „nur“ zwei Zähler mit und steht nun bei insgesamt 15. Viel wichtiger ist aber der Abstand zu Rang drei: „Da haben wir mit sechs Punkten jetzt ein schönes Polster“, konstatiert Käsbauer, der mit den Kollegen als nächstes zum Hinrunden-Abschluss am 9. und 10. November beim TSV Trittau (15 Uhr) und tags darauf bei Blau-Weiß Wittorf-Neumünster aufschlägt. dbe
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