DBV mit fünf „Neulingen“ am Start

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Annabella Jäger (l.) und Stine Küspert nehmen in diesem Jahr erstmalig an einer Individual-EM teil. Foto: Claudia Pauli
Wenn vom 27. April bis zum 2. Mai 2021 in Kiew unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen die diesjährigen Individual-Europameisterschaften ausgetragen werden, schlagen gleich fünf Asse des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) erstmalig bei Titelkämpfen dieser Art auf: Sowohl Annabella Jäger (TSV Neuhausen-Nymphenburg) und Stine Küspert (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) als auch Kilasu Ostermeyer (TV Refrath), Miranda Wilson (1. BC Wipperfeld) und Max Weißkirchen (SC Union Lüdinghausen) feiern bei dem seit 1968 stattfindenden Großereignis ihr Debüt. Annabella Jäger erlebt in der Hauptstadt der Ukraine sogar ihre EM-Premiere: Anders als ihre Nationalmannschaftskolleginnen und -kollegen zählte sie bis dato auch noch nicht bei einer Team-Europameisterschaft zum deutschen Aufgebot.
Insgesamt ist der DBV mit 13 Athletinnen und Athleten bei den European Championships 2021 vertreten. In allen Disziplinen gehen zwei Spieler bzw. Spielerinnen bzw. Duos an den Start.

Herreneinzel

Der dreimalige Deutsche Meister im Herreneinzel, Max Weißkirchen (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 63), wurde für den Auftakt mit einem Freilos bedacht. In seinem Match aus der zweiten Runde trifft der 24-Jährige auf den Belgier Maxime Moreels (Weltranglistenplatz 94), gegen den er zuletzt im Jahr 2017 eine Partie bestritt. Im direkten Vergleich steht es 1:1. Im anschließenden Achtelfinale wäre vermutlich der topgesetzte Titelverteidiger Viktor Axelsen (Weltranglistenplatz 2) Max Weißkirchens Gegner. Das bislang einzige Duell mit dem Dänen, ausgetragen bei der Mixed-Team-EM 2021 in Finnland, verlor der Deutsche in zwei Sätzen.
Kai Schäfer (SV Fun-Ball Dortelweil) muss sich derweil bereits in seiner ersten EM-Partie 2021, gleichsam einem Spiel aus der zweiten Runde, mit einem der Top-Favoriten auf den Gewinn der Goldmedaille messen: Der 27 Jahre alte Weltranglisten-69. steht Viktor Axelsens Nationalmannschaftskollegen Anders Antonsen (Weltranglistenplatz 3) gegenüber. Das bis dato einzige Aufeinandertreffen mit dem an Position zwei notierten Dänen entschied dieser in drei Durchgängen für sich. Es datiert allerdings schon aus dem Jahr 2016. Für die erste Runde in Kiew erhielt Kai Schäfer wie Max Weißkirchen ein Freilos.

Dameneinzel

Auch Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen; Weltranglistenplatz 23; Setzplatz 3) wurde für die erste Runde mit einem Freilos bedacht. Im Spiel um den Einzug ins Achtelfinale des Dameneinzelwettbewerbs trifft die zweimalige Deutsche Meisterin auf Qi Xuefei (Weltranglistenplatz 40), die im direkten Vergleich mit 2:1 führt. Die zuvor letzte Partie gegen die Französin, ausgetragen im Sommer 2019, gewann dabei Yvonne Li in zwei Sätzen. Danach wäre die Schwedin Ashwathi Pillai (Weltranglistenplatz 149; direkter Vergleich aus Sicht von Yvonne Li: 1:0), Petra Polanc aus Slowenien (Weltranglistenplatz 177; direkter Vergleich: 0:0) oder die Engländerin Freya Redfearn (Weltranglistenplatz 204; direkter Vergleich: 0:0) Yvonne Lis Gegnerin.
Miranda Wilson (1. BC Wipperfeld; Weltranglistenplatz 141) startet ebenfalls erst in der zweiten Runde in das EM-Turnier. Darin steht die 21-Jährige entweder Katerina Tomalova aus der Tschechischen Republik (Weltranglistenplatz 101) oder der Französin Marie Batomene (Weltranglistenplatz 65) gegenüber. Miranda Wilson bestritt im Rahmen eines internationalen Turniers bislang weder gegen Katerina Tomalova noch gegen Marie Batomene ein Match.

Herrendoppel

Mark Lamsfuß/Marvin Seidel (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 19; Setzplatz 5) gehen als klare Favoriten in ihr Erstrundenduell mit Andrew Jones/Adam Stewart aus Wales (Weltranglistenplatz 322; direkter Vergleich: 0:0). Im Achtelfinale würden die Schotten Christopher Grimley/Matthew Grimley (Weltranglistenplatz 71; direkter Vergleich aus Sicht von Mark Lamsfuß/Marvin Seidel: 1:0) oder Joshua Magee/Paul Reynolds aus Irland (Weltranglistenplatz 67; direkter Vergleich: 0:0) auf die Athleten des DBV warten.
Jones Jansen/Peter Käsbauer (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 34; Setzplatz 6) müssen sich in ihrem Auftaktmatch mit den Polen Maciej Matusz/Wiktor Trecki (Weltranglistenplatz 217) messen. Gegner der Deutschen im Achtelfinale wären die Norweger Torjus Flaatten/Vegard Rikheim (Weltranglistenplatz 119) oder – was wahrscheinlicher ist – die Dänen Joel Eipe/Rasmus Kjær (Weltranglistenplatz 60). Jones Jansen/Peter Käsbauer standen bis dato weder Maciej Matusz/Wiktor Trecki noch Torjus Flaatten/Vegard Rikheim bzw. Joel Eipe/Rasmus Kjær im Rahmen eines internationalen Wettkampfes gegenüber.

Damendoppel

Linda Efler/Isabel Herttrich (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 32; Setzplatz 8) treffen in Runde eins auf Nadia Fankhauser/Iris Tabeling (Schweiz/Niederlande; Weltranglistenplatz 70), gegen die sie in den bisherigen beiden Vergleichen jeweils gewinnen konnten. Anschließend dürften die DBV-Asse gegen Katharina Fink/Yasmine Hamza aus Italien (Weltranglistenplatz 209; direkter Vergleich: 0:0) oder Bengisu Ercetin/Nazlıcan Inci aus der Türkei (Weltranglistenplatz 39; direkter Vergleich aus Sicht von Linda Efler/Isabel Herttrich: 1:0) aufschlagen.
Annabella Jäger/Stine Küspert (TSV Neuhausen-Nymphenburg/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 69) spielen gegen Serena Au Yeong/Katharina Hochmeir aus Österreich (Weltranglistenplatz 87; direkter Vergleich: 0:0) um den Einzug ins Achtelfinale. Darin würden aller Voraussicht nach die an Nummer sieben gesetzten Däninnen Amalie Magelund/Freja Ravn (Weltranglistenplatz 31; direkter Vergleich: 0:0) auf die Deutschen warten.

Mixed

Im Mixed wurden Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Weltranglistenplatz 15; Setzplatz 3) für die erste Runde mit einem Freilos bedacht. In ihr Achtelfinalmatch gehen die amtierenden EM-Dritten als Favoriten: Ihre Gegner sind dann die Weltranglisten-175. Emre Sonmez/Zehra Erdem aus der Türkei oder die Weltranglisten-106. Philip Birker/Katharina Hochmeir aus Österreich. In jedem Fall kommt es für die Deutschen in der Runde der besten 16 Gemischten Doppel zu einer Premieren-Begegnung bei einem internationalen Turnier.
Jones Jansen/Kilasu Ostermeyer (1. BC Wipperfeld/TV Refrath; Weltranglistenplatz 48) hingegen erwischten ein schweres Auftaktlos: Die aktuellen Deutschen Meister müssen sich in ihrem Spiel aus der ersten Runde – erstmalig in ihrer Karriere – mit den Russen Evgenij Dremin/Evgenia Dimova (Weltranglistenplatz 51) messen. Danach wären vermutlich die an Position acht notierten Franzosen Ronan Labar/Anne Tran (Weltranglistenplatz 39) die Gegner des deutschen Duos. Im direkten Vergleich liegen die Franzosen mit 1:0 vorne. Die bis dato einzige Partie erfolgte allerdings bereits vor mehr als zwei Jahren. Halbfinaleinzug gleichbedeutend mit MedaillengewinnWer in Kiew das Halbfinale erreicht, hat Edelmetall sicher: Ein „kleines Finale“ wird nicht ausgetragen, vielmehr erhalten die unterlegenen Halbfinalteilnehmerinnen und -teilnehmer automatisch die Bronzemedaille. Die Individual-EM zählt nicht zuletzt für die Olympiaqualifikation: Die Qualifikationsphase für Tokio endet am 13. Juni 2021, die Startplätze werden auf der Basis der „Race to Tokyo Rankings“ vom 15. Juni 2021 vergeben. Claudia Pauli (Pressesprecherin DBV)
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